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Hoffnungszeichen in schwierigen Zeiten.

Bis heute:
Viele Menschen leiden in NRW & Rheinland-Pfalz unter den Folgeschäden der Überschwemmungen, die im Juli über sie hereingebrochen waren.
Sie haben Haus & Habe verloren – viele geschäftliche & gewerbliche Existenzen sind darüber hinaus weiterhin bedroht.

Natürlich waren auch zahlreiche Sportvereine von schweren Schäden betroffen.
Exemplarisch für den TVM-Bezirk Köln | Leverkusen hier der
- TC Rot-Weiß Opladen in Leverkusen &
- ESV Gremberghoven in Köln.

Interview mit Anne Kirchertz & Ulrike Siebert vom TC Rot-Weiß Opladen.

Anne Kirchertz

Anne Kirchertz - 1. Vorsitzende

Ulrike Siebert

Ulrike Siebert - Geschäftsführerin

Spätling:
Was ist seit dem 15. Juli bei Ihnen passiert, & wie sahen die Tage danach aus?

Siebert:
Bei uns lief der Parkplatz zunächst voll. Kurz darauf waren die Plätze auf Höhe von über zwei Metern komplett überschwemmt.
Wir standen am Zaun & waren fassungslos.
Weil wir unglaublich viele Fische auf den Plätzen vorfanden, die offensichtlich aus den Nachbargärten stammten, wollten wir schon einen Angelverein eröffnen (lacht).
Übrigens: Fast alle Fische wurden von uns gerettet.

Kirchertz:
Unsere darauffolgenden Gedanken waren: „Das war’s dann wohl mit dem Verein“ & „Hier spielen wir bestimmt kein Tennis mehr“; denn auch das Clubhaus wurde überflutet.

Siebert:
Am Tag darauf war dann im Clubhaus alles voller Schlamm & der Keller stand nach wie vor unter Wasser – wie auch weiterhin die Tennisplätze.

Spätling:
Offenbar war Leverkusen stärker betroffen als Köln von den Überschwemmungen? Liegt Ihre Anlage ungünstig?

Kirchertz:
Unsere Anlage liegt eigentlich nicht ungünstig.
Dennoch: Der Zusammenfluss von mehreren Flüssen (u. a. die Wupper) sowie diverse Vertiefungen waren wohl der Grund für die dann doch heftigen Überschwemmungen.

Spätling:
Wie ging es weiter?

Siebert:
Wir haben der Firma, die unsere Plätze gebaut hat, ein Video der Anlage geschickt.
Die hat dann sehr zügig gehandelt & uns Geräte zur Verfügung gestellt sowie weitere schnelle Hilfe geleistet.

Kirchertz:
Zusammen mit der Firma & Eigenleistungen vieler Mitglieder haben wir den getrockneten Schlamm von den Plätzen gekratzt & in Container gekippt sowie Bänke & Schiedsrichterstühle wiederhergerichtet.
Nach vier Wochen – für uns kaum vorstellbar – konnten wir wieder auf den Plätzen Tennis spielen & sogar Medenspiele waren wieder möglich.

Siebert:
Wir hatten uns auch mit verschiedenen Leverkusener Vorständen getroffen & ausgetauscht.
Deren Hilfsangebote waren ganz unkompliziert & sehr erfreulich.
Unglaublich toll war dabei, dass der RTHC Leverkusen & der Neukirchener TV es unseren Mitgliedern in der Übergangszeit ermöglichte, dort Tennis zu spielen.

Spätling:
Was wird Sie im Laufe des Winters noch beschäftigen?

Kirchertz:
Vor allem das Clubhaus, dort ist alles hinüber. Auch Terrasse & Sportgeräte sind betroffen, es ist noch einiges zu tun.

Umkleiden, Elektrik, Heizungs- & Schankanlagen – alles ist beschädigt oder kaputt.
Im Keller haben wir zwar aufgeräumt, doch der Putz muss noch runter & der Estrich raus.

Spätling:
Welcher Kostenrahmen kommt auf Sie zu & wann hoffen Sie, das Clubhaus wieder eröffnen zu können?

Siebert:
Die Kosten liegen mit Sicherheit im hohen sechsstelligen Bereich.
Wir hoffen, dass wir das Clubhaus zur Saisoneröffnung nächstes Jahr wieder eröffnen zu können.

Kirchertz:
Der Zusammenhalt ist entscheidend, & war auch bei uns immer entscheidend.
Gemeinsam werden wir es schaffen, wieder eine vorzeigbare Anlage & Clubhaus zu präsentieren.

Interview mit Manfred Kemp & Oliver Sternheim vom ESV Gremberghoven.

Manfred Kemp

Manfred Kemp - Abteilungsleiter Tennis

Oliver Sternheim

Oliver Sternheim - Geschäftsführer

Spätling:
Welches Bild bot sich Ihnen während & nach den Regengüssen?​

Sternheim:
Die Tennisplätze liefen über, das Wasser lief in eine Senke.
Der oberste Belag des Platzes war entfernt, die Plätze haben sich seither sehr verändert.
Wir haben plötzlich Stellen, wo die Plätze kein Wasser mehr speichern, anderswo läuft es nicht im gewohnten Tempo ab. Es scheint sich im Untergrund der Plätze etwas verändert zu haben.

Kemp:
Wir hatten Wasser im Keller stehen: Die Heizungsanlage ist bis heute nicht funktionstüchtig.
Der Schaden beläuft sich auf einen Betrag im fünfstelligen Bereich.
Bei der Reparatur möchten wir gerne nachhaltig vorgehen – allerdings ist noch keine bezahlbare Lösung in Sicht.
Da unsere Anlage in einem Gleisdreieck der Deutschen Bahn liegt, haben deren Fachleute sich die Heizungsanlage angeschaut.
Fazit: Sie muss komplett ausgetauscht werden.

Spätling:
Welche Reparaturen haben Sie als erstes angegangen & was steht noch bevor?

Sternheim:
Der Hauptschaden ist die Heizungsanlage. Öl ist glücklicherweise nicht ausgelaufen; so entstand zumindest kein Umweltschaden.
Andere Schäden wurden gemeinschaftlich von einem Großteil der Mitglieder beseitigt bzw. wieder aufgebaut.
Aktuell gehen wir gegen Schimmel vor & über den Winter werden wir streichen.

Spätling:
Was bedeutet der Zuschuss vom TVM für Ihren Verein?

Sternheim:
Es ist ein Hoffnungszeichen, dass wir eine solche Geste entgegennehmen dürfen.
Das Geld werden wir umgehend für die Ausbesserungsarbeiten verwenden.
Zudem hoffen wir, dass wir finanzielle Unterstützung vom Landessportbund erhalten. Gremberghoven ist kein Vorzeigeviertel, dementsprechend hilft jede (finanzielle) Hilfe weiter.

Kemp:
Wir finden es toll, dass der TVM auf uns zukommt. Das Geld werden wir direkt wieder reinvestieren, denn Verschnaufpausen können wir uns nicht erlauben.
Viele helfende Hände haben in den vergangenen Wochen bzw. Monaten dazu beigetragen, dass die Anlage weitestgehend wieder hergerichtet wurde.
Unter anderem waren die Umkleideräume überschwemmt & der Kühlraum defekt.
Beides ließ sich zum Glück schnell wieder beheben & auch die Plätze sind längst wieder bespielbar.

Spätling:
Was sind die wohl wichtigsten Aufgaben für die nächste Zeit?

Kemp:
Im Mauerwerk steckt noch sehr viel Feuchtigkeit.
Wir hoffen, dass dieses Jahr noch eine neue Heizung installiert wird, die Deutsche Bahn ist in diesem Punkt an uns herangetreten.
Unser Wunsch ist eine Heizung auf dem neuesten Stand, die kostet zwischen 17.000 bis 25.000 Euro.

Sternheim:
Insgesamt kommen wir mittlerweile ganz gut zurecht, wir haben in viel Material investiert.
Die Saison ist längst beendet, nun geht es darum die Plätze winterfest zu machen.
Bei starkem Frost könnte wieder viel Schaden entstehen.

Spätling:
Welche Erinnerung bleibt von den Tagen im Juli am meisten hängen?

Kemp:
Im Nachhinein war es ein furchtbarer Schock. Man ist völlig hilflos.
Das war schon brutal, der erste Gedanke war: „Jetzt ist alles zu Ende.“.
Als wir uns dann alles genau angesehen haben, war die erste Reaktion:
„Vielleicht kommen wir noch mit einem blauen Auge davon.“
Jetzt ist es wie es ist – wir sind längst noch nicht über den Berg & haben noch einige Aufgaben vor uns.

Johannes Spätling

Pressewart für den Bezirk Köln | Leverkusen

Johannes Spätling