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1. & 2. Bundesliga der Frauen: Zwei Aachener Teams vertreten TVM

Am 6. Mai beginnt wieder der Bundesliga Alltag. Den Auftakt machen die Frauen-Teams. In der höchsten Liga vertreten die Spielerinnen von Blau-Weiss Aachen den TVM, nachdem der Marienburger SC abgestiegen ist. Die Kölnerinnen verzichten sogar freiwillig auf die Teilnahme in der 2. Bundesliga und schlagen nun in der 1. Verbandsliga auf. Es ist, so Sportvorstand Michael Müncker, ein Neuanfang mit eigenen jungen Spielerinnen.

Dagegen ist mit Grün-Weiss Aachen in der 2. Liga ein Aufsteiger am Start. „Endlich mal wieder“, werden viele am Brüsseler Ring denken, wo vor zig Jahren die Grün-Weißen Damen und Herren in den höchsten Ligen schon erfolgreiche Zeiten erlebt haben. Lang lang ist`s her. Aktuell profitierte der Aufsteiger – später mehr - von einer Entscheidung am grünen Tisch.

1. Bundesliga Blau-Weiss Aachen - Die Vizemeisterinnen

Blau-Weiss Aachen, der Vizemeister des Vorjahres, traut sich wieder einiges zu. „Wir wollen nicht schlechter als im Vorjahr abschneiden“, erläutert Thilo Fritschi die Ambitionen seiner Schützlinge. Gemeinsam mit seiner Frau Steffi wird er auch in dieser Saison das Team trainieren und betreuen. Wie lange das noch so sein wird, ist noch offen. Beide werden sich beruflich nach Süddeutschland verändern. „Wir wollen mal ein Tennis-Pause einlegen und etwas ganz anderes als Tennis machen“, erläutert Steffi Fritschi die Pläne. Die Trainingsarbeit bei Blau-Weiss haben sie bereits eingestellt. Zur Bundesliga werden sie allerdings noch für den Club nach Aachen anreisen. „Das muss sich alles einpendeln. „Wir müssen sehen, ob das alles reibungslos klappen wird“, hoffen die beiden Fritschis, denen ihre Spielerinnen und der Club natürlich über viele Jahre seit 1999 ans Herz gewachsen sind. Ein plötzlicher Abschied wäre sicherlich zu abrupt gewesen. In Freiburg, der Geburtsstadt von Thilo wollen sie bei einer Supermarktkette ihre Teamfähigkeiten beruflich neu unter Beweis stellen. „Das hat sich schon länger angedeutet, zumal jetzt auch die beiden Kinder erwachsen und aus dem Haus sind“, begründen die beiden ihren Schritt.

Zurück zur aktuellen Bundesliga, in der zum Auftakt zwei Heimspiele gegen Dresden Blasewitz (6.5.) und Blau-Weiss Berlin (19.5.) auf dem Programm stehen. Anschließend folgen die Fahrten zum Aufsteiger nach Vaihingen (29.5.) und Bad Vilbel (4.6.). In der entscheidenden Phase folgt das Heimspiel gegen Waldau Stuttgart (2.7.) und zum Abschluss die Fahrt zum Deutschen Meister Essen Bredeney. Im besten Fall kann der Abschluss auch der Höhepunkt und Endspiel werden. Der Titelverteidiger aus Essen ist für Thilo Fritschi auch in diesem Jahr klarer Favorit.

Neue Nummer 1 im Blau-Weiss Team ist die Belgierin Greetje Minnen, nachdem Alison Ujtvanck nicht mehr für Aachen aufschlagen wird. An den Positionen 2 und 3 folgen mit Anna Bondar und Pana Udvard zwei neue Top 100 Spielerinnen aus Ungarn. Die Kontakte zwischen Aachen und Ungarn müssen gut sein. Denn mit Timea Babos wurde mit der ehemaligen Nummer 1 der Doppel-Weltrangliste eine weitere Spielerin aus Ungarn verpflichtet. Drei Grandslam Siege, zwei davon in Australien (2018, 2020) und einmal in Paris (2019), unterstreichen ihre Doppelqualitäten, die in der Bundesliga für Blau-Weiss eine wichtige Rolle spielen können. „Die Ungarn Connection hat sich zufällig ergeben“, kommentiert Sportvorstand Marc Zander schmunzelnd die Deals mit Anna, Pana und Timea.

Das Küken im Blau-Weiss Team ist die erst 16 jährige Belgerin Sofia Costoulas. „Sie ist ein Supertalent“, schwärmt Sportvorstand Marc Zander. In diesem Jahr stand Sofia, die vom Absteiger Marienburg kommt, im Finale der Australian Open der Juniorinnen, verlor dann gegen die Kroatin Petra Marcinko.

Im Kader tauchen dann wieder die Namen auf, die in den letzten Jahren für Blau-Weiss als Team so erfolgreich aufgeschlagen haben. Elyne Boeykens, Magali Kempen, Quirine Lemoine oder Marie Benoit sind bewährte Bundesligakräfte, auf die sich das Trainerteam verlassen kann. „Ich halte den Kader insgesamt für stärker als zuletzt“, traut Steffi Fritschi der neuen Formation durchaus wieder eine Überaschung zu. „Letztendlich muss man sehen wer spielen kann bzw. wer beim Gegner aufschlägt“, blickt Marc Zander etwas zurückhaltender auf die bevorstehende Saison. „Wir müssen versuchen möglichst schnell den Klassenerhalt fest zu zurren. Dann kann man weitersehen.“ Außerdem bleibt abzuwarten, ob Corona wieder „mitspielt“, was niemand natürlich will.

2. Bundesliga Grün-Weiss Aachen - Die Aufsteigerinnen

Sie wären so gerne schon früher aufgestiegen. Vor zwei Jahren war der Aufstieg schon greifbar nahe. Nach souveränen Siegen in der Regionalliga mussten sich die Schützlinge von Thomas Batsch zum Schluss nur Versmold mit 6:3 geschlagen geben. Die Aufstiegsträume waren geplatzt. Eine Saison später war das Ziel Aufstieg erneut im Visier. Die Endrunde wurde erreicht. Danach wurden die Spiele um den Aufstieg um einige Wochen nach hinten verschoben. „Zu diesem nicht geplanten Termin hatten wir Mühe sechs Spielerinnen aufzubieten“, erinnert sich Thomas Batsch an den erneuten Anlauf. Es blieb zunächst ein Anlauf, denn das entscheidende Spiel ging knapp mit 4:5 verloren. Wieder standen sie mit leeren Händen da. „Wir waren gerade mit dem Wundelecken fertig“, als uns im September die Mitteilung erreichte, dass ein Aufstieg doch noch möglich sei.

Da zwei Teams, u.a. der Erstligaabsteiger aus Marienburg, freiwlliig auf die 2. Bundesliga verzichteten, wurden die Aachenerinnen gefragt, ob sie als Nachrücker für die 2. Liga bereit stünden. Nach kurzer Rücksprache mit dem Vorstand, wurde schnell klar. Der Verein „will“.

„Die Mannschaft hatte es nach den letzten Jahren auch auf diese Weise verdient“, bringt es der Coach auf den Punkt, Nach der Entscheidung am grünen Tisch heißt das Ziel jetzt erstmal die Klasse zu halten. „Wir kennen zwar die anderen Teams noch nicht so genau, aber wir wollen auf jeden Fall zeigen, dass wir nicht umsonst „ja“ zur 2. Bundesliga gesagt haben“, erläutert Lisa Brunnemann die Ambitionen des Teams. Die Mannschaftskapitänin ist Bundesligaerfahren. 2018 spielte sie noch für den Clubnachbarn Blau-Weiss. Lisa Brunnemann, die damals in Aachen noch unter ihrem Mädchenname Mätschke bekannt war, wechselte dann zu Grün-Weiss, um sich mehr, so die Pläne, auf ihre Trainerkarriere zu konzentrieren. Die A-Trainerin ist inzwischen auch für den Verband im Jugendbereich als Trainerin aktiv.

„Wegen des späten Endrundenbeginns und noch späteren Entscheidung den freien Platz in der Liga anzunehmen, blieb uns wenig Zeit uns auf dem Spielerinnemarkt umzusehen“, gibt Thomas Batsch Einblicke in die komplizierte Kaderplanung. Aber sie wurden noch fündig. Verstärkt hat sich das Team vorneweg mit zwei Spielerinnen aus Russland, die, so der Trainer, durch die Vermittlung von Lea Gasparovic zustande kamen. “Sie waren im Vorjahr in Bruchsal und Ickern gemeldet, haben da wohl noch nicht gespielt“, deutet Thomas Batsch an, dass man recht gespannt auf ihre Einsätze sein wird. Beide können nicht gleichzeitig spielen, da sie keine EU-Ausländerinnen sind. Ekatarina Kazionova und Julia Avdeeva werden sich die Einsätze somit teilen. Ein Fragezeichen steht noch hinter dem Einsatz von Helene Scholsen, die ebenfalls neu verpflichtet wurde. Die Belgerin studiert in den USA und weiß, so Lisa Brunnemann, noch nicht so richtig, ob sie pünktlich zu den Spielen in Deutschland sein kann.

Die ersten Zweitliga-Aufschläge erfolgen für Aachen am 6. Mai im hohen Norden beim Club Alster Hamburg. Nach einer Woche geht es im zweiten Spiel wieder gen Norden, dieses mal nicht ganz so weit nach Hannover. „Nach diesen beiden Auswärtsspielen werden wir schon mal sehen wo wir stehen“, blicken Thomas Batsch und Lisa Brunnemann gespannt auf den Aufgalopp in der neuen Liga. Einen Monat später wissen beide mehr. Dann steht in Aachen auf der Anlage am Brüsseler Ring das letzte Spiel gegen SCC Berlin auf dem Spielplan. Lisa Brunnemann, gebürtige Berlinerin, die lange bei Rot-Weiss in der Bundeshauptstadt gespielt hat, freut sich mit der gesamten Aufsteiger Truppe schon darauf. Alle setzen nun auf die lang vermisste Bundesliga Atmosphäre auf der Anlage mit möglichst vielen Zuschauern.


Text: Michael Thoma

Bild BW Aachen: Marc Zander

Bild GW Aachen: Thomas Batsch