BW Aachen verpasst Aufstieg
Rechenspiele in der 2. Bundesliga Nord
In der 2. Bundesliga Nord der Herren hat Blau-Weiss Aachen den Aufstieg ins Tennis Oberhaus knapp verpasst. Aufsteiger ist das
Team von Essen Bredeney, das punktgleich (16:2) mit den Aachenern aber mit dem besseren Matchverhältnis (62:19, Ac: 57:24) die Saison abgeschlossen hat. Den 3. Platz belegte die Mannnschaft aus Versmold, die vor dem letzten Spieltag ebenfalls noch die Chance hatte aufzusteigen.
Foto: TK Blau-Weiss Aachen
Der Reihe nach. So manch einer wird sich an den Mathe-Unterricht der Schulzeit erinnert haben, als es in die entscheidende Phase um den Aufstieg ging. Hätte ich damals vielleicht besser aufgepasst, mag sich so manch einer gedacht haben, hätte ich auch mitreden können welches Team und vor allem warum es letztendlich aufgestiegen ist.
Aber da das Internet längst das eigene Kopfrechnen oder den Rechenschieber überflüssig gemacht hat, war allen schnell klar, was am letzten Spieltag passieren muss, um als Aufsteiger gekürt zu werden.
Es war ein Dreikampf zwischen den punktgleichen TC Bredeney, BW Aachen und dem TP Versmold. Da der TC Bredeney und die Gäste aus Versmold zum Schluss zudem noch gegeneinander antreten mussten, schienen die Aachener ein wenig im Vorteil. Sie mussten beim Tabellenletzten Iserlohn aufschlagen. Jetzt kam es auf jeden einzelnen Punkt an. Stichwort Matchverhältnis.
Die Rechenspiele begannen mit dem Blick ins Internet und dem Handy am Ohr. Da im Spiel zwischen Bredeney und Versmold nur einer gewinnen konnte, kam es nur auf die Höhe des Sieges an, um – egal wie der Sieger heißt - die Aachener auf Distanz zu halten. Die hatten in Iserlohn aber ihre Pflichtaufgabe kein Spiel abzugeben mit 9:0 auch bravorös umgesetzt. Jetzt mussten sie nur abwarten wie die Begegnung in der Rur-Metropole ausging. Die Daumen konnten schon mal für die Spieler aus dem Kreis Gütersloh gedrückt werden. Denn die Hochrechnung sagte, bei einem 5:4 Sieg von Versmold steigt Aachen in die 1. Liga auf.
Es sah zunächst gut aus für die Kaiserstädter. Versmold führte in den Einzel mit 3:0. Dann glich Essen zum 3:3 aus. Die Doppel mussten entscheiden. Es wurde spannend. Die Rechenspiele offenbarten zu diesem Zeitpunkt, dass Versmold aufgrund des klaren Aachener 9:0 Erfolgs in Iserlohn mit einem 6:3 Sieg nicht mehr aufsteigen konnte (Matchverhältnis für Aachen). Die Gunst der Stunde nutzte der TC Bredeney, der mit zwei Doppelsiegen den 5:4 Erfolg und somit den Aufstieg perfekt machte. Ein Doppel wurde erst im Champions Tiebreak mit 11:9 für Essen entschieden. In dieser entscheidenden Phase lag Versmolds Doppel bereits mit 7:2 in Führung. Für Aachen dumm gelaufen.
Es war Sonntag, 17.25 Uhr, als klar war, dass Aachen auch in der kommenden Saison in der 2. Liga spielen würde. „Die Enttäuschung überwiegt alles“ titelte die Aachener Zeitung ihren Bericht über das Aufstiegsfinale. Die Emotionen waren klar verteilt. Der Aufstieg war greifbar. „Wir mussten alles sacken lassen,“ charakterisierte Team- Manager Marc Zander die Stimmung auf der Rückfahrt. Der Aufstieg war verpasst, alles andere als Enttäuschung wäre zu diesem Zeitpunkt nicht normal gewesen.
Die Aachener sind aber ein Völkchen, das sich nicht so leicht unterkriegen lässt. „Die Stimmung war nach ein paar Stunden nicht mehr im Keller“, erinnert sich Marc Zander an die Rückkehr ins heimische Clubhaus. Zwei Tage später wurde der 2. Platz mit Abstand gewürdigt. „Wir haben eine Supersaison gespielt. Unser elementares Ziel war es nicht zwingend aufzusteigen. Alles ist gut,“ setzte Zander einen Punkt unter die Saison. Nachhaken wann, wo und wer vielleicht den ein oder anderen Punkt für ein zum Schluss besseres Matchverhältnis im Verlauf der Saison hätte einfahren können, dagegen sträubte sich Marc Zander. „Das tut man nicht.“
Festzuhalten gilt, dass Blau-WeissAachen die einzige Manschaft war, die dem Aufsteiger eine Niederlage zugefügt hatte. Es war am 25. Juli als Essen mit 3:6 ihre Heimreise aus Aachen antreten musste. Ihre Aufstiegshoffnungen hatten ein kleinen Dämpfer erhalten, da Mitkonkurrent Versmold zwei Tage zuvor Aachen mit 8:1 in die Schranken verwiesen hatte. Schon nach diesem Wochenende war klar, es würde kompliziert und spannend werden. Gute Mathe-Kenntnissewaren bei der Endabrechnung für alle Beteiligten auf jeden Fall förderlich.
Michael Thoma