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Leistungssport

2. Damen-Bundesliga: Freud und Leid bei TVM-Teams

In der 2. Bundesliga der Frauen hat das Team von Grün-Weiss Aachen mit dem 4. Platz in der Abschlusstabelle eindrucksvoll seine Zweitligatauglichkeit unter Beweis gestellt. Kein Happyend gab es hingegen für das andere TVM-Team, Blau-Weiss Köln. Der Aufsteiger belegte zum Abschluss den vorletzten Platz in der Tabelle und muss wohl direkt wieder absteigen.

Blau-Weiss Köln: Mini Hoffnung bleibt

Dabei sah es vor dem finalen Wochenende bei zwei noch ausstehenden Spielen noch ganz gut für die Kölnerinnen aus, die sich als Tabellensiebte (punktgleich mit Großflottbek) gute Chancen für den Verbleib in der Liga ausrechneten. Voraussetzung war auf jeden Fall ein Sieg gegen den Tabellenletzten Union Münster (noch sieglos), der am vorletzten Spieltag im Beethoven Park zu Gast war. Ein Sieg sollte deshalb auf jeden Fall her, um Großflottbek auf Distanz zu halten. Die Rechnung schien aufzugehen. Nach der ersten Einzelrunde führte Köln mit 3:0. Aber so ging es nicht weiter, da der Gast anschließend deutlich machte, dass man sich mit dem möglichen Schicksal „Abstieg“ noch längst nicht abgefunden hatte. So wurde aus der klaren Führung ein 3:3 Zwischenstand. „Es war wahnsinnig spannend und alles auf Augenhöhe“, beschreibt Simon Lasky, der Sportwart des Clubs und gleichzeitig Team-Chef der Mannschaft, den Verlauf bis zu den entscheidenden Doppelspielen.

Dann aber erstmals nervöses Durchatmen bei allen Beteiligten und konzentriertes Tüfteln bei den Doppelaufstellungen. Die klaren Zweisatzsiege in allen drei Begegnungen für die Kölnerinnen machten klar, wer das bessere Händchen bei den Aufstellungen hatte. Es war kurz vor 21 Uhr als der letzte Matchball zum 6:3 verwandelt wurde. Da gleichzeitig Großflottbek sein Heimspiel gegen den SCC Berlin mit 2:7 verloren hatte, schien der Optimismus auf ein weiteres Jahr 2. Bundesliga bei den Kölnerinnen grenzenlos. Ihr Freudentänzchen nach dem Sieg teilten sie auf der Club Homepage weltweit mit ihren Fans. Der Klassenerhalt wurde bereits ausgerufen.

Jetzt musste nur noch der letzte Spieltag abgewartet werden. Klar waren sich die Kölnerinnen darüber, dass es für sie beim SCC Berlin zum Schluss wenig zu holen ist. So kam`s auch. Mit 8:1 sicherte sich der SCC Berlin den 2. Tabellenplatz. Alle Kölner Augen und Ohren waren deshalb parallel Richtung Großflottbek eingestellt, wo der Gladbach HTC aufschlug.

Dann der Schock, die Ernüchterung: Die ersten Zwischenmeldungen aus Großflottbek verhießen überhaupt nichts gutes für die Kölnerinnen. Bereits nach den Einzel führte der Gastgeber deutlich nach jeweils zwei Sätzen mit 6:0. Und so ging es weiter. Drei weitere Zweisatzsiege machten den 9:0 Sieg für Großflottbek perfekt. „Wir waren enttäuscht und traurig darüber was sich da abgespielt hat“, kommentiert Simon Lasky die Stimmung im Kölner Lager. Sie wussten, das war wahrscheinlich der Abstieg. „Die Gladbacher sind mit einer Verbandsligamannschaft angetreten. Das hatte mit Bundesliga nichts zu tun“, ereiferte sich der Kölner Coach. Wäre alles „normal“ verlaufen, wäre sein Plan aufgegangen. „Wir hatten zwei tolle Siege gegen Großflottbek und Münster, das hätte unter normalen Umständen für den Klassenerhalt gereicht“, war sein ernüchternde Fazit.

Bei der Heimreise nach Köln mussten deshalb auch keine Taschenrechner bemüht werden. Zu deutlich hatte der 9:0 Sieg von Großflottbek die abschließende Hochrechnung zunichte gemacht. Bei Punktgleichstand (4:10) hatte Großflottbek in der Endabrechnung das bessere Match-, Spiel- und auch Satzverhältnis.

Ein Mini-Hoffnungszipfel bleibt den Kölnerinnen noch. Wenn keine Nord-Mannschaft aus der 1. Bundesliga (Abschluss 17.Juli) absteigt, wäre die Ligazugehörigkeit noch möglich. „Davon gehen wir nicht aus, da Hannover bei zwei noch ausstehenden Spielen Tabellenletzter ist“, hatte sich Simon Lasky natürlich schon einen Überblick über die Situation der 1. Liga am Tabellenende gemacht.„Wir stellen uns jetzt auf die Regionalliga ein.“

Da der Club mit seiner 2. Frauen Mannschaft in der Oberliga wohl aufsteigen wird (alle Spielergebnisse standen noch nicht fest) werden wohl zwei Blau-Weiss Teams in der Regionalliga antreten. Wenn es dazu kommt, werden die beiden Teams am 1. Spieltag aufeinander treffen, damit es zu keiner Wettbewerbsverzerrung kommt.

„Ein Team soll dann aus erfahrenen Spielerinnen bestehen, das auch den Aufstieg zum Ziel haben soll, in dem anderen sollen junge Spielerinnen zum Einsatz kommen“, blickt der Sportwart bereits konkret nach vorne. „Aus der 1. Mannschaft, die abgestiegen ist, wollen alle bleiben. Sie haben gemeinsam unheimlich viel Spaß gehabt bei ihrer Bundesliga Premiere“, findet Lasky noch tröstende Worte für seine „Absteigerinnen“.

Grün-Weiss Aachen: Alles im grünen Bereich

„Wir sind zufrieden“, bilanziert Grün-Weiss Coach Thomas Batsch kurz und prägnant den Saisonverlauf. Platz 4 damit hatte im Grunde niemand so richtig gerechnet. „Wir wollten nicht absteigen“, lautete das Motto vor dem ersten Aufschlag. „Wir wollten unsere Erwartungshaltung auch nicht an einer Platzierung festmachen“, erläutert Thomas Batsch die allgemeine Zielsetzung, die er auch bereits vor Saisonbeginn zum Ausdruck gebracht hatte. „Bis auf die Abstiegsplätze können wir mit allen gut leben. Platz 4 ist für uns Kosmetik.“ Dabei wäre durchaus noch eine bessere Platzierung möglich gewesen. Nach den vier Siegen zum Auftakt stand das Team bei Rot-Weiss Berlin kurz vor der Überraschung. „Wir hatten einen Matchball zum Sieg“, erinnert sich Batsch an den Auftritt seiner Truppe in der Hauptstadt. Zum Schluss musste der Gast aus Aachen mit einer 4:5 Niederlage die Heimreise antreten. Ein Sieg gegen den großen Favoriten der Liga, der als Tabellenerster nun in die 1. Bundesliga aufsteigt, wäre schon eine Duftmarke gewesen.

Wie und in welcher Form es in der nächsten Saison weitergehen wird, wollen, so Batsch, alle zusammen in den nächsten Wochen besprechen. Ansprechpartner sind dann neue Vorstandsmitglieder, die vor einigen Wochen an die Spitze des Clubs gewählt wurden. „Ich denke aber, dass wir weiter in unseren Bundesliga-Ambitionen unterstützt werden“, hofft der Coach auch auf ein weiteres Jahr 2. Bundesliga.

Text: Michael Thoma

Bild BW Köln: Simon Laskexy

Bild GW Aachen: GW Aachen