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Leistungssport, Organisation und Termine

2. Herren Bundesliga 2026 mit BW Aachen und Marienburger SC

TVM-Teams starten am 12. Juli mit Heimspielen in die Saison

Zwei Vereinsmannschaften aus dem Mittelrhein sind in der 2. Herren Bundesliga 2026 am Start. Neben dem Marienburger SC, der im Vorjahr als Aufsteiger die Klasse gehalten hat, ist Blau-Weiss Aachen nach dem Abstieg wieder zweitklassig. Der erste Aufschlag ist am 12. Juli. Die letzten Matchbälle entscheiden am 9. August über Auf- und Abstieg.

​Erneut Spitzenspieler beim TK BW Aachen: Zizou Bergs aus Belgien. © Marc Zander / TK BW Aachen

Erneut Spitzenspieler beim TK BW Aachen: Zizou Bergs aus Belgien. © Marc Zander / TK BW Aachen

TK BW Aachen will oben mitspielen

Nach ihrem letzten Abstieg aus der ersten Liga dauerte es drei Jahre bis das blau-weisse Team wieder zu den besten Herrenteams in Deutschland zählte. Davor hatte die Mannschaft vom Luxemburger Ring bereits zwei Jahre Erstligaluft geschnuppert. Jetzt waren es wieder zwei Jahre, bevor der Abstieg feststand. Die Mini-Hoffnung, dass die Aufsteiger aus den zweiten Ligen ihre Chance nicht nutzen wollten, war schnell kein Thema mehr. Die Aachener kennen somit die Auf und Abs in den beiden höchsten Ligen. Die Mannschaft weiß, was auf sie zukommt.

Auch, dass wieder mit einer Sechser-Mannschaft gespielt wird. „Dafür müssen wir wieder den Rhythmus finden,“ nennt Teamchef Marc Zander die größte Änderung. „Die Einzel bekommen wieder eine größere Bedeutung.“ Mit ihrem Kader seien sie bestens darauf vorbereitet, verweist der langjährige und erfahrene Tennischef auf einen ausgewogenen Kader, der nur durch zwei Spieler ergänzt wurde. Bestens aufgestellt sind sie auf den vorderen Positionen. Zizou Bergs (ATP 46) und Jesper de Jong (ATP 72) wollen, so deutet es Zander an, auch in einigen Spielen für Blau-Weiss aufschlagen.

Besonders im Scheinwerferlicht stand zuletzt der Niederländer Jesper de Jong. Der 26-jährige Rechtshänder vermasselte bei den French Open als Lucky Looser zunächst Stan Wawrinka mit einem überraschenden Sieg humorlos dessen Abschied von Roland Garros. Anschließend scheiterte er an Alexander Zverev. Der Lohn für ihn: Der Sprung in die Top 100.

​Thiemo De Bakker und Michael Geerts von BW Aachen im Doppel. © Marc Zander / TK BW Aachen

Thiemo De Bakker und Michael Geerts von BW Aachen im Doppel. © Marc Zander / TK BW Aachen

Favorit ist für Mark Zander das Team von Blau-Weiss Krefeld, in dem Flavio Cobolli an Nr. 1 gemeldet ist. Zander: „Die wollen aufsteigen.“ Zum Favoritenkreis zählt Aachens Teamchef auch den Rochusclub aus Düsseldorf. Auf ihn treffen die Absteiger bereits am 2. Spieltag (17. Juli). Zum Auftakt wird am 2. Juli das Berliner Team Grün-Weiss Nikolassee am Luxemburger Ring erwartet.

Die Absteiger wollen entspannt in die Saison starten. „Punkte gegen den Abstieg sammeln, also von Spiel zu Spiel denken.“ Ein bisschen mehr lässt sich Marc Zander dann doch noch entlocken. “Wir wollen gewinnen und auch oben mitspielen.“ Man muss ja nicht immer drei Jahre auf den nächsten Aufstieg warten.

Der Marienburger SC möchte wieder überraschen

Die Überraschung ist ihnen im letzten Jahr gelungen, als sich die Spieler des MSC nach ihrem Aufstieg quasi im letzten Atemzug die Klasse gesichert haben. Ein kurzer Rückblick lohnt sich. Es war ja kein normaler Aufstieg. Als „doppelter“ Nachrücker trauten sich alle im Club das Abenteuer zu. „Wir haben den Hut in den Ring geworfen und abgewartet“, erinnert sich Tennisvorstand Dr. Thomas Meyer. Coach Dirk Hortian, früher selbst ein erfahrener Bundesligaspieler, nannte das Unternehmen ein „Abenteuer mit ungewissen Ausgang“.

Der dreimalige TVM-Verbandsmeister Philipp Bosse schlägt auch in diesem Jahr für den MSC auf.

Der dreimalige TVM-Verbandsmeister Philipp Bosse schlägt auch in diesem Jahr für den MSC auf.

Zum Ende der letzten Saison sah alles nach dem erwarteten Abstieg aus. Zwei Auswärtsspiele bescherte der Spielplan dem Nachrücker. Der 5:4 Sieg bei Alster Hamburg machte dann die Sensation perfekt. Platz 6 und drei Siege, unter anderem gegen den Aufsteiger SCC Berlin, motivieren für die bevorstehende Saison. „Es wird wieder schwer, nennt Coach Dirk Hortian deshalb vorab das klare Ziel Klassenerhalt.

Dabei mithelfen sollen auch die Neuen, unter anderem Daniel Michalski an Nummer 1. Der Pole wechselte von der Spree (Nikolassee) an den Rhein. Osteuropäische Wurzeln haben auch zwei weitere Neue. Nikolay Vylegzhanin (Russland) und der Pole Piotr Matuszewski verstärken an Nr. 4 und Nr. 7 das Team. „Wir wollen möglichst wenig rotieren,“ nennt Dirk Hortian die taktische Marschroute. Das bedeutet auch, dass wie im Vorjahr immer einige junge deutsche Spieler zum Einsatz kommen werden. John Sperle, Philipp Bosse oder Yannic Nittmann haben ihre Zweitligatauglichkeit bereits unter Beweis gestellt.

​TVM-Kaderspieler Yannic Nittmann.

TVM-Kaderspieler Yannic Nittmann.

Berücksichtigt und benötigt werden aber auch die „Oldies“ Christian Hansen oder Steven Moneke. „Unsere Stärke wird wie wieder unser Teamspirit sein,“ charakterisiert der Coach seine Truppe. „Wir haben immer ein gute Stimmung.“ Man versteht sich als große Familie. Die Spieler wohnen während der Spiele teilweise bei Clubmitgliedern. Bei den gemeinsamen langen Bahnfahrten (zweimal Berlin) lernen sich alle, so Dirk Hortian, noch besser kennen. „Wir haben auf jeden Fall immer viel Spaß miteinander.“

Favoriten der Liga sind für Hortian Düsseldorf, RW Berlin und Absteiger Aachen. „Wir müssen versuchen gegen Oldenburg und Bremen zu punkten,“ heißt die Devise. Die erste Chance dazu bietet sich gleich zu Beginn. Am 12. Juli schlägt der Bremer TC auf der Anlage im Forstbotanischen Garten auf. Mit den Fans im Rücken soll der Grundstein für eine weitere Überraschung gelegt werden.

Zu den Spielerlisten und dem Spielplan der 2. Bundesliga

Text: Michael Thoma