Bei RW Hangelar setzt man auf Kontinuität
Auf eine lange und besonders kontinuierliche Erfolgsgeschichte im Trainingsgeschäft kann der Tennisclub RW Hangelar zurückblicken. Seit etlichen Jahren betreut Jobst Krüger gemeinsam mit seinem Kompagnon Thorsten Schmieden den Verein.
„Wir sind sicherlich eine der ältesten Tennisschulen in der Region. Ich bin seit 1988 hauptberuflich als Tennistrainer tätig. 1992 habe ich gemeinsam mit Peter Michel die Strukturen geschaffen“, sagt Krüger und meint damit das Tennis-Leistungs-Centrum (TLC) und Akademie. Seit 1995 arbeitet der 65-Jährige im Vorstand des Vereins mit und hatte Funktionen wie Sportwart oder Jugendwart inne.
Die Idee zu der Tennisschule hatten 1992 Peter Michel, Jobst Krüger und der damalige Vorsitzende Wolfgang Hergenröther. Mit dem Kauf der Tennishalle in Overath und zwölf Jahre später mit dem Erwerb der Niederpleiser Tennishalle konnte die Tennisschule auch im Winter konstante Trainingseinheiten bieten. Das ist natürlich eine riesige Bindung an den Verein, hat aber auch einen großen Vorteil“, so Krüger.
Thorsten Schmieden wechselte im Jahr 2002 vom Konkurrenten Bonner THV nach Hangelar und bildet mit Krüger mittlerweile eine kongeniale Partnerschaft. „Ich kümmere mich viel um die Organisation. Thorsten steht mehr auf dem Platz“, erklärt Jobst Krüger. Dabei betreut die Tennisschule mittlerweile neben dem TC RW Hangelar auch die weiteren Vereine TC Sankt Augustin, BW Menden und RW Overath. 250 Jugendliche werden von der Tennisschule mit zwei angestellten Trainern und 15 Honorarkräften betreut, davon 140 Jugendliche im Verein RW Hangelar.
„Seit 1995 hat die 1. Juniorenmannschaft bis auf ein Jahr immer in der Oberliga gespielt, der höchsten Klasse im Verband und in Deutschland“, sagt Krüger nicht ohne Stolz. Mittlerweile spielen seit etlichen Jahren auch die Knaben, also die Leistungsklasse bis 14 Jahren in der höchsten Liga. Das seien sicherlich nicht immer alles Eigengewächse gewesen. Allerdings wenn ein Spieler sich dafür entscheiden, für RW Hangelar zu spielen, dann „würden sie meistens auch für länger bleiben“, so Krüger.
Das erste große Highlight im Jugendbereich war im Jahr 2014 der Gewinn der NRW-Meisterschaft in der Altersklasse U18. Zuvor standen die Hangelarer Nachwuchsspieler fünf Mal als Oberliga-Meister in den Finals, scheiterten aber jeweils und belegten Platz zwei, drei und vier. Exakt zehn Jahre später war
Rot-Weiß Hangelar mit seiner Zehn-Platz-Anlage als Oberliga-Meister erneut Ausrichter der NRW-Endrunde. In den Duell mit den Meistern aus Westfalen (BW Halle) und Niederrhein (BW Neuss) sowie einem zweiten Vertreter aus dem Mittelrhein (GW Bad Godesberg) standen die Hangelarer nach dem Halbfinalsieg erneut im Endspiel. Gegen BW Halle stand es nach vier Einzeln und zwei Doppel, 3:3, und auch nach Sätzen und Spielen war Gleichstand, so dass beide Teams zum Sieger erklärt wurden.
In den Anfangsjahren habe man sehr viel auf Leistungstennis fokussiert. Wenn man langfristig davon leben will, muss man auch Breitensport-Training anbieten“, erklärt Schmieden. Eine funktionierende Tennisschule müsse alle Bedürfnisse eines Clubs befriedigen, fügt Krüger an. Corona habe im Übrigen keinen Einbruch bewirkt. „Ganz im Gegenteil: Die Pandemie war eher ein Katalysator nach oben“, erinnert sich Thorsten Schmieden (57), der den Beruf des Tennistrainers kritisch
betrachtet. „Es gibt immer weniger gut ausgebildete Tennistrainer.“
Viel Unterstützung erhält die Tennisschule schon seit vielen Jahren durch die kontinuierliche Arbeit im Verein mit dem langjährigen Vorsitzenden Christian Frystatzki und seinem Team. Neu hinzugekommen ist seit diesem Jahr Kathrin Endemann als Jugendwartin, die sich im Leistungsbereich sehr stark engagiert. Ihr jüngster Sohn Arne ist Teil der erfolgreichen Jugendmannschaft.
Nach Abschluss der Sommersaison im Jugendbereich stehen die Knaben und Junioren wieder einmal an der Tabellenspitze der jeweiligen Oberliga. Die zweite Mannschaft der Hangelarer Junioren haben sogar die Chance auf den Meistertitel in der 1. Verbandsliga. In den letzten zehn Jahren habe man immer oben
mitgespielt. Meist waren wir Zweiter oder Dritter“, erinnert sich Schmieden. Die Junioren freuen sich im September auf die NRW-Meisterschaft in Halle und haben durchaus gute Chancen erneut und dann zum dritten Mal NRW-Meister zu werden.
Jobst Krüger beschäftigt sich nach 37 Jahren RW Hangelar als Tennistrainer durchaus mit dem Gedanken, mit nunmehr 65 Jahren etwas kürzerzutreten: „Ich werde sicherlich noch nicht aufhören. Aber ich merke schon, wie anstrengend eine Sommersaison von Mai bis September ist.“ (Quentin Bröhl)
Die Tennisschule
Die Tennisschule ist Bestandteil der TLC-Group. Zum Tennis-Leistungs-Centrum gehören außerdem die beiden Tennishallen in Niederpleis und Overath, sowie der TLC-Shop. Dieser kümmert sich um die Hardware für die Spieler wie Schläger oder Seiten. Zudem veranstaltet der Shop auch Turniere. (que)