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Leistungssport

Frauen-Bundesliga: BW Aachen startet in Hannover

Am kommenden Sonntag (5. Mai, 11 Uhr) beginnt für Blau-Weiss Aachen die Saison in der Frauen-Bundesliga mit dem Auswärtsspiel beim DTV Hannover. Es ist das erste von sechs Spielen, das für beide Teams bereits wegweisend sein kann. "Wir sind klarer Außenseiter," blickt Aachens Trainerin Steffi Fritschi realistisch auf die Saison Premiere. Eine Vorschau von Michael Thoma.

Personalien

Steffi Fritschi, die wieder gemeinsam mit Ehemann Thilo das Team betreut, muss wahrscheinlich auf die besten ihrer Truppe verzichten. Petra Maric, Aleksandra Krunic, Yasiline Bonaventure und Polona Hercog kämpfen diese Woche noch auf Turnieren um internationale Punkte. Der slowenische Neuzugang Hercog hatte gerade das Turnier in Lugano/Schweiz gewonnen. Dadurch kletterte die 28-Jährige in der Weltrangliste auf Platz 64. "Wir müssen einfach abwarten, wie weit unsere Mädels in den Turnieren kommen," drückt Steffi Fritschi ihren Topspielerinnen einerseits die Daumen, andererseits schlägt das blau-weisse Bundesligaherz in ihr. Ein frühes Aus von ihnen würde der Mannschaft helfen. Wenn sie dabei sein könnten in Hannover wäre die Mannschaft natürlich stärker. Doch unabhängig, wer zum Auftakt in Hannover aufschlagen wird, trauen sich die Aachenerinnen in der Niedersachsen-Metropole durchaus eine Überraschung zu. Außerdem gilt es die Niederlage (4:5) aus dem Vorjahr wieder wett zu machen. Betreuer und Spielerinnen werden einen Tag früher anreisen. Der Gastgeber muss mit einem ausgeschlafenen Gegner rechnen.

Zuversicht

"Wir haben einen starken Stamm an erfahrenen Spielerinnen zur Verfügung, die auch in den letzten Jahren bereits Bundesligaerfahrung gesammelt haben", denkt Fritschi an Quirin Lemoine, Marie Benoit, Magali Kempen, Eva Wacanno, Julia Kimmelmann und Paula Kania, die in Hannover - egal wer sonst noch kurzfristig zum Team stößt - auf jeden Fall das Vertrauen des Trainerteams genießen. "Die sind alle einigemaßen gleich stark, so dass wir auf den unterschiedlichen Positionen gut aufgestellt sind", verweist Steffi Fritschi auf die Erfolge in den letzten Jahre. Abwarten heißt es somit bis die Aufstellung am Sonntag bekanntgegeben werden kann.

Gastgeber

Die internationalen Turniere, auf denen die Tennis-Profis ihrem eigentlichen Broterwerb nachgehen, sind alljährlich Probleme, die alle Bundesliga-Vereine in den nächsten Wochen haben werden. Der eine mehr, der andere weniger. "Man wird sehen, wer letzendlich am Spieltag auf dem Platz steht", blickt auch Sandra Fritsch, die Mannschafts-Betreuerin von Hannover auf die nächsten Wochen. Vor dem ersten Aufschlag am Sonntag auf der heimischen Asche ist sie sich aber darüber im klaren, dass das Aufeinandertreffen der beiden Teams möglicherweise eine vorentscheidene Bedeutung für den Klassenerhalt haben kann. "Die Liga ist so stark wie nie zuvor", verweist sie auf die Kaderzusammenstellung der anderen Teams. "Gegen Aachen wird es auf jeden Fall sehr eng werden", wagt sie eine Prognose und hofft natürlich auch ein wenig auf den Heimvorteil ihrer Spielerinnen.

Fragezeichen

Auch Sandra Frisch kann - Stand Dienstag vor dem Tag der deutschen Einheit - noch nicht konkret vermelden, wer am Sonntag auf dem Platz stehen wird. Sie hofft aber auf den Einsatz ihrer Nummer eins, Vera Zvonareva, die auch noch in Marokko in Rabat im Einsatz ist. Verzichten wird der Gastgeber wohl auf das starke Doppel Goenefeld/Martinez Sanchez, das ab Donnerstag, so Sandra Fritsch, in Madrid aufschlagen wird. Hinter den zahlreichen neuen Spielerinnen der Gastgeber stehen ebenfalls noch Fragezeichen. "Wir müssen einfach mal abwarten wie unsere Neuen einschlagen," nennt Sandra Fritsch eine weitere unbekannte Größe für das Abschneiden ihres Teams.

Chancen

Für Aachen geht es nach dem Auftakt in Hannover zunächst mit zwei Heimspielen gegen Waldau Stuttgart (unter anderem Anna-Lena Friedsam, Mona Barthel) am 10. Mai und Karlsruhe-Rüppur (unter anderem Laura Siegemund, Sabine Lisicki) am 12. Mai weiter. Vor der langen Pause bis zum 2. Juni könnten wichtige Punkte vor dem heimischen Publikum eingefahren werden. Keine leichte Aufgabe erwartet Aachen auch im Aufeinandertreffen mit dem Nachrücker Dresden-Blasewitz (unter anderem Andrea Petkovic). Es wird das letzte Heimspiel (2. Juni) sein. Dann wird man am Punktekonto absehen können wohin die Reise künftig gehen wird, ob weiter in Liga eins oder eben eine Klasse tiefer. Denn zum Schluss warten wohl die stärksten Gegner auf Aachen: am 7. Juni geht die Reise nach Hessen zum Aufsteiger Bad Vilbel, bevor zwei Tage später am 9. Juni noch der Ausflug zum Niederrhein-Nachbarn Essen-Bredeney auf dem Spielplan steht. Beide Mannschaften sind Aufsteiger. Sie gehören für Sandra Fritsch und Steffi Fritschi aber zu den Favoriten für den Meistertitel. Die ambitionnierten Neulinge haben das Groß der Regensburger Meistermannschaft verpflichtet, die sich ja bekanntlich aus der Bundesliga abgemeldet hat.

Druck

Für das einzige TVM-Damen-Bundesliga-Team aus Aachen wird es eine spannende Saison. "Wir benötigen zwei Siege, um drin zu bleiben", sind sich die Fritschis über die Schwere der Aufgabe im Klaren. Deshalb ist es für das Team ganz wichtig in Hannover möglichst erfolgreich aus den Startlöchern zu kommen. Für die Erfolgsmeldung ganz zum Schluss der Saison in gut vier Wochen wäre ein Sieg zum Auftakt in Hannover eine wichtige Voraussetzung.