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Leistungssport

Damen von Blau-Weiß Aachen bleiben erstklassig

Das Damen-Team von Blau-Weiß Aachen spielt auch in der kommenden Saison in der 1. Bundesliga. Die Mannschaft war im Juni als Tabellenvorletzter aus der Liga abgestiegen. Die schnelle Rückkehr ins Oberhaus der besten Damen-Teams Deutschlands wurde durch den Rückzug des TC Karlsruhe Rüppurr möglich gemacht. Der Vizemeister zog sein Team zurück, da künftig das WTA-Turnier (125.000 Dollar Preisgeld), das diesen Sommer zum ersten Mal auf der Clubanlage ausgetragen wurde, die Nummer 1 aller sportlichen Ambitionen des Clubs sein soll.

Damit endet die Bundesliga-Tradition des Clubs aus dem Stadtteil Rüppurr in Karlsruhe. Von 1977 an waren es zunächst die Herrenmannschaften, die bis 2005 ununterbrochen der 1. und 2. Bundesliga angehörten. Illustre Namen wie der des früheren Daviscup Spielers Jürgen Faßbender, von Ivo Werner, Tony Parun oder Troy Turnbull sorgten in diesen Jahren für sportliche Furore. Dabei war damals auch schon Markus Schur, der später als Sportchef das Damen Bundesliga- Team übernahm und künftig als Turnierdirektor der „Liqui Moly Open“ sein Knowhow weiter dem Verein zur Verfügung stellen wird.

Nach den Herren waren ab 2005 in Karlsruhe dann die Damen an der Reihe. Der Vorstand entschloss sich damals, anstelle der Herren, eine erstklassige Damenmannschaft aufzubauen, die auf Anhieb, 2006 und 2007, den Deutschen Meistertitel gewann. Nach 14 Jahren endet nun auch diese Geschichte. Zum Abschluss sicherte sich die Mannschaft in der 1. Bundesliga noch den Vizetitel. Mit einer 4:5 Niederlage gegen Waldau Stuttgart verabschiedete sie sich aus der Bundesliga.

Der Rückzug einer prominenten Spitzenmannschaft musste nun erneut kompensiert werden. Nach der letzten Saison - der Deutsche Meister aus Regensburg hatte sich abgemeldet – war der Deutsche Tennis Bund (DTB) somit erneut in der Verlegenheit eine Mannschaft zu finden, die den frei gewordenen Platz für Karlsruhe- Rüppurr einnimmt. Es wurde nicht einfach, da die 1. Bundesliga nicht überall Begeisterung auslöst.
Die zunächst dafür in Frage kommenden Vizemeister aus den 2. Ligen Süd und Nord, Ludwigshafen-Oppau und BW Berlin, zeigten kein Interesse. Nächster Ansprechpartner waren die Aachenerinnen als Vorletzter der Erstliga-Tabelle. Deren Macher mussten dann, so Sportvorstand Marc Zander, nicht lange überlegen, das vorweihnachtliche Geschenk anzunehmen.

Die Anfrage war für sie eine nachträgliche Bestätigung bzw. Genugtuung. „Für uns war der Abstieg im Juni kaum nachvollziehbar, da nur ein Matchpunkt den Abstieg besiegelte“, erinnert der Sportchef vom Luxemburger Ring an das fatale Aus, nachdem die Mannschaft zuvor mit drei Siegen bei drei Niederlagen ihre Bundesligatauglichkeit deutlich unter Beweis gestellt hatte. Mit drei weiteren Mannschaften wies der Absteiger aus Aachen in der Endabrechnung damals mit 6:6 ein ausgeglichenes Punktekonto auf. Besiegt hatten sie zudem den späteren Deutschen Meister aus Bad Vilbel. Deshalb waren sich die Aachener nach dem unglücklichen Abstieg einig: „Wir gehören in die 1. Bundesliga.“

Mit Verzögerung hat der Klassenerhalt dann doch noch geklappt. Somit wird der TV Mittelrhein im nächsten Sommer mit zwei Teams in der höchsten Liga bei den Damen vertreten sein. Das Derby zwischen dem Aufsteiger aus Marienburg und den Nachrückerinnen aus Aachen belebt auf jeden Fall den Stellenwert der Bundesliga im TVM.

Die Kunde von der kurzfristigen Rückkehr ins Oberhaus wurde natürlich flugs an die Spielerinnen getwittert, die weltweit auf Turnieren im Einsatz waren. „Sie haben sich riesig gefreut“, berichtet Marc Zander, der im Sommer natürlich alle gerne wieder im Team willkommen heißen würde. „Wir können jetzt schon registrieren, dass die meisten sich vorstellen könnten auch künftig wieder bei uns zu spielen“, hofft er, dass möglichst viele auch im Sommer wieder blau-weiß tragen. Jetzt beginnt ab sofort wieder der Verhandlungsalltag. Bis zum Meldeschluss (15.März 2020) haben die blau-weißen Macher noch einige Monate Zeit. Die schnelle Rückkehr ins Oberhaus wird Marc Zander und Co bei ihrem Job beflügeln. Dann wird man weiter sehen, wer in der neuen Saison, die voraussichtlich wieder im Mai/Juni gespielt wird, für Aachen antreten und aufschlagen wird. Die Gegner sind: der TEC Waldau Stuttgart, BW Dresden-Blasewitz, der TC Bredeney-Essen, der TC Bad Vilbel sowie die beiden Aufsteiger Luitpoldpark München und der Marienburger SC.
Michael Thoma