Zum Hauptinhalt springen
Leistungssport

Ein Hauch von Weltklasse bei RW Hangelar

Ein Hauch von Wimbledon oder Roland Garros wird in diesem Sommer über die Tennisanlage von RW Hangelar wehen. Wenn die Herren 60 in der Regionalliga an drei der sieben Spieltagen auf der heimischen Anlage an der Konrad-Adenauer-Straße auflaufen, dann werden auch ganz berühmte Namen früherer Tage auf der roten Asche der gelben Filzkugel nachjagen.

Die Schweden Mikael Pernfors und Anders Järryd sind die neuen Spitzenspieler. Auch der Brite Jeremy Bates, Johnny Goudenbour aus Luxemburg und der US-Amerikaner Tom Coulton an den Positionen drei bis fünf sind gemeinsam mit Karl Heinz Kremer allesamt vom TC Rheinbach nach Hangelar gewechselt. Dort hatten sich zahlreiche Ex-Profis seit 2003 immer wieder in Senioren-Regionalliga-Truppen zusammen gefunden und ab der Herren 40 zahlreiche Westdeutsche und Deutsche Meistertitel eingefahren, zuletzt gab es zwei DM-Titel bei den Herren 55. Nachdem es im Herbst Streit in Rheinbach gab, zerbrach die Truppe in zwei Fraktionen, eine davon schloss sich nun RW Hangelar an.

„Wir wollen westdeutscher Meister werden und uns für die DM-Endrunde qualifizieren“, sagte Teamkapitän Stefan Reddemann. Eigentlich waren die Hangelarer Herren 60 in der Saison 2022 als sechster von neun Teams erster Absteiger. Da aber Aufsteiger TC Nordwalde einen Antrag auf einen Altersklassen-Wechsel in die Herren 65 stellte, wurde ein Platz für die Hangelarer Herren 60 frei. Aus Altersgründen sind die Hangelarer Christoph Hilpisch, Martin Keppel, Jörg Krieger und Reddemann selbst in die 65er Regionalliga-Truppe gewechselt. So wäre der Kader eh sehr dünn geworden. „Da kam die Verstärkung aus Rheinbach gerade recht. Ich bleibe Kapitän der Truppe, spiele aber selbst in der Herren 65“, so Reddemann. Mit Tom Coulton ist er sehr gut bekannt. „Er organisiert die Truppe seit Jahren und freut sich immer mit seinen Kumpels zusammen zu spielen. Er hat sich sogar in der Saison extra in Köln ein Appartment angemietet“, so Reddemann. „Besonders lustig ist, dass ich über das Doppelfinale in Paris 1986, das Anders Järryd mit Stefan Edberg nach über fünf Stunden verloren hat meine Diplomarbeit über systematische Spielanalyse geschrieben hat“, so Reddemann.

Wer wann auflaufen wird, steht aber noch nicht fest. Da aber immer nur ein Nicht-EU-Spieler zum Einsatz kommen darf, kann nur entweder Jeremy Bates oder Tom Coulton spielen. Pernfors soll viel in Australien spielen, Järryd hat eine deutsche Freundin und wohnt in Hannover. Zum Kader gehören zudem noch die etablierten Kräfte Sascha Schülgen, Christian Frystatzki, Christoph Graff, Harald Langels, Davor Knezevic und Wolfgang Runnebaum.

Die Herren 65 von Hangelar spielen ebenfalls schon seit Jahren in der höchsten deutschen Spielklasse. Ziel ist in diesem Jahr der Ligaverbleib. In der vergangenen Saison ist den Hangelarern erst im September nachträglich der westdeutsche Meistertitel zugesprochen worden. Hintergrund war ein Einspruch gegen die Teams aus Westfalen, die allesamt Spieler eingesetzt hatten, die zusätzlich in anderen Vereine gemeldet waren. Zahlreiche Partien des TC Gahmen, TC Hagen und TC St. Mauritz sind nachträglich als verloren gewertet worden. „Wir können die Jungs aus der Herren 60 gut gebrauchen. Der TC Gahmen hat die Truppe aufgelöst und viele Akteure haben die anderen Teams verstärkt“, verrät Kapitän Achim Schröter.

Neben den vier Neuzugängen aus der eigenen Herren 60 besteht der Kader aus Spitzenspieler Gero Weber, Jürgen Knoll, Ingo Herrmann, Rainer Friemel, Achim Schröter, Günter Bleffert und Helmut Hammer. Die 65er spielen immer mittwochs um 13 Uhr. Saisonstart ist am 3. Mai bei RW Porz. Heimspiele tragen die Hangelarer am 10. Mai gegen TC St. Mauritz Münster, am 17. Mai gegen TC Hagen und am 14. Juni gegen TC Babock Oberhausen. (Quentin Bröhl)

Vita Anders Järryd: Der Schwede Anders Jarryd (61) hat in seiner langen Tennis-Karriere von 1980 bis 1996 auf der ATP-Tour acht Einzeltitel und 58 Doppelerfolge gefeiert. Seine beste Platzierung in der Weltrangliste war im Einzel Platz fünf. In der Doppelliste stand er 107 Wochen auf Rang eins. Acht Grand-Slam-Titel im Doppel stehen in seiner Vita, davon gewann er drei Mal die French Open. Bei den Olympischen Spielen 1988 in Seoul holte er im Doppel an der Seite von Stefan Edberg Bronzemedaille. (que)

Spieltermine Herren 60: 6. Mai (13 Uhr): RW Hangelar - Rochusclub Düsseldorf, 13. Mai (13 Uhr): SW Essen - RW Hangelar, 18. Mai (11 Uhr): RW Hangelar - TuS Essen II, 21. Mai (11 Uhr): TC Raadt - RW Hangelar, 3. Juni (13 Uhr): TuS Essen I - RW Hangelar, 24. Juni (13 Uhr): RW Hangelar - BW Köln.