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Frauen-Bundesliga: BW Aachen ist abgestiegen

Am letzten Spieltag der Frauen Bundesliga hat Blau-Weiss Aachen das Spiel in Essen Bredeney mit 3:6 verloren. Da gleichzeitig Dresden-Blasewitz (6;3 gegen Bad Vilbel) und Waldau Stuttgart (5:4 gegen Karlsruhe Rüppurr) gewinnen konnten, müssen die Aachenerinnen als vorletzter der Tabelle in den sauren Apfel des Abstiegs beißen. Als erster Absteiger stand bereits das Team vom DTV Hannover fest. Deutscher Meister wurde das Aufsteiger-Team von Bad Vilbel, das in der Tabelle den TC Essen Bredeney hinter sich lassen konnte.

Für den TVM-Erstligisten aus Aachen hatte der letzte Spieltag den wohl unglücklichsten und Nerven aufreibendsten Ausgang, den man sich vorstellen konnte. Die eigene Niederlage in Essen Bredeney war erwartet worden. Trotzdem hegten alle noch die Hoffnung, dass in den beiden anderen Spielen wenigstens ein Ergebnis so ein wenig zugunsten der Aachenerinnen ausfällt. "Bad Vilbel muss gegen Dresden oder Karlsruhe gegen Stuttgart gewinnen, dann bleiben wir drin", rechnete Aachens Coach Steffi Fritschi vor dem entscheidenden Spieltag die Chancen hoch, erstklassig zu bleiben.

Dann kam alles ganz anders. Dresden und Stuttgart gewannen ihre Spiele. Bis die Ergebnisse druckreif waren, wurden Aachens Spielerinnen, Trainer und die mitgereisten Fans in Essen auf eine harte Geduldsprobe gestellt. Das eigene Spiel war längst vorbei, dann gewann Dresden (wieder mit Andrea Petkovic) nach dem Einzelstand von 3:3 mit 6:3 gegen Bad Vilbel.

Zu diesem Zeitpunkt wurde in Stuttgart immer noch gespielt. Ausgeglichen 3:3 stand es auch in dieser Begegnung nach den Einzelspielen. Anschließend sicherten sich beide Teams je einen Sieg im Doppel. Zwischenstand 4:4. Es blieb spannend. Das letzte Doppel an Position 2 spielte zu diesem Zeitpunkt immer noch. Anja Zaja und Kimberly Zimmermann gelang dann kurz vor 18 Uhr der für die Schwäbinnen noch erforderliche fünften Siegpunkt. Der bedeutete den Abstieg für Aachen, die punktgleich mit Dresden-Blasewitz und Stuttgart aber aufgrund des schlechteren Matchverhältnisses in der Endabrechnung den Kürzeren zogen.

Mit dem neuen Deutschen Meister aus Bad Vilbel wird sich Aachens Teamchef Marc Zander nicht so schnell wieder anfreunden. Sein Ärrger ist nachvollziehbar. "Die benötigten noch drei Punkte aus der Begegnung in Dresden, um Meister zu werden. Das gelang ihnen in den Einzelspielen", erklärte Marc Zander noch unaufgeregt den Spielverlauf bis zu zu diesem Zeitpunkt. Als die Doppelaufstellung bekanntgegeben wurden, verdüsterte sich jedoch seine Miene. "Ihre beiden besten, Kirsten Flipkens und Johanna Larsson, wurden für die Doppelspiele gar nicht mehr berücksichtigt. Das war klar ein Vorteil für Dresden", ereiferte sich der Aachener. Die beiden, die frühzeitig zu einem Rasen-Turnier nach Hollannd abgereist sind, hatten gerade das Halbfinale bei den French Open in Paris erreicht. Der Ärger war nachvollziehbar. Dresden nutzte die Chance und gewann alle drei Doppel.

Aachens Trainerin Steffi Fritschi war auch verwundert über die sportliche Einstellung des neuen Deutschen Meisters. "Auch wenn am nächsten Tag das Turnier auf Rasen in Rosmalen beginnt, hätte eine Anreise zwei Stunden später sicher nichts ausgemacht." Ihrer Meinung nach wäre es für die Bundesliga insgesamt fairer und sportlicher gewesen, wenn die beiden French Open Halbfinalistinnen in Dresden auch ihr Doppel noch gespielt hätten. "Es hätte jede Mannschaft treffen können. Wir waren dieses Mal die Dummen". Das Ganze hat ihrer Meinung nach einfach ein Gschmäckle, auf hochdeutsch einen faden Beigeschmack.

Zu den Spielen: Pech hatten die Aachenerinnen, dass in der ersten Einzelrunde gleich zwei Spielerinnen frühzeitig wegen einer Verletzung aufgeben mussten. Magali Kempen lag nach dem ersten Satz mit 5:7 im Hintertreffen, bevor sie mit einer Bauchmuskelzerrung aufgeben musste. Nicht besser erging es Indy De Vroome. Für sie endete ihr Spiel frühzeitig beim Stande von 3:6 und 0:4, als Hüftprobleme ein Weiterspielen unmöglich machten.

Für Siege sorgten an Nr. 1 Marie Benoit und an Nr. 6 Julia Kimmelmann. Nach der Zweisatzniederlage von Eva Wacanno stand es zur Halbzeit somit 2:4. Moral bewiesen die Gäste aus Aachen danach in den Doppelspielen, obwohl sie ein Doppel kampflos wegen der Verletzug von Magali/dDe Vroome abschenken mussten. Elyne Boeykens und Julia Kimmelmann sorgten im dritten Doppel im Champions Tiebreak (10:5) für den zweiten Matchpunkt. In zwei Sätzen verloren Marie Benoit und Eva Wacanno..

Als der Abstieg besiegelt war, herrschte im Aachener Lager verständlich eine große Enttäuschung. "Wir haben drei Spiele gewonnen und eins mit 4:5 verloren", haderte Steffi Fritschi immer wieder mit dem Saisonverlauf. "Damit kann man eigentlich nicht absteigen." In der Endabrechnung war Aachen eines von vier Teams, das ein Punktekonto von 6:6 aufwiesen. Beim genauen Hinsehen war es letztendlich ein Matchpunkt zu wenig, um die Klasse zu halten. Wann und gegen wen der möglicherweise drin gewesen wäre, darüber will man im blau-weissen Lager keine Suchaktion starten.

Auf der positiven Seite können sich die Absteigerinnen zugute halten, dass sie den neuen Deutschen Meister Bad Vilbel besiegen konnten. Ein schwacher Trost. "Wir waren nach der Entscheidung alle sehr bedröppelt", fasste Marc Zander die Stimmung vor der Heimfahrt nach Aachen zusammen. Wer die blau-weisse Clubphilosophie kennt, weiss aber, dass ein Abstieg die Mannschaft nicht "umhaut." Sie wollen alles ein paar Tage sacken lassen. Steffi Fritschi bleibt optimistisch. "Wir wissen inzwischen wie geil die Bundesliga ist." Eine klare Ansage Sie wollen wieder kommen. (Michael Thoma)