Frauen-Bundesliga: Erste Niederlage für Blau-Weiss Aachen
In der Frauen Bundesliga hat Blau-Weiss Aachen am dritten Spieltag sein erstes Spiel verloren. Im zweiten Heimspiel unterlagen die Spielerinnen von Steffi und Thilo Frtitschi dem TC Karlsruhe-Rüppurr glatt mit 1:8. Bereits nach den Einzelbegegnungen führten die Gäste aus Baden mit 6:0. Der Ehrenpunkt gelang im ersten Doppel Ysaline Bonaventure und Lemoine Quirine im Tiebreak. In der Tabelle ist Blau-Weiss Aachen jetzt auf Platz vier.
"Das ist kein Beinbruch für uns", fassten unabhängig voneinander Steffi Fritschi und Sportvorstand Marc Zander die Situation nach dem dritten Spiel zusammen. "Die beiden Siege zum Auftakt gegen Hannover und Stuttgart waren wichtig für uns und für das erklärte Ziel Klassenerhalt", sehen beide den bisherigen Verlauf der Saison positiv. Von einem gesicherten Klassenerhalt sprach aber noch niemand. "Wir müssen das nächste Spiel gegen Dresden-Blasewitz gewinnnen, dann werden wir auch im nächsten Jahr erstligareif sein", verweist Marc Zander auf das nächste und letzte Heimspiel am 2. Juni. Die lange Pause passt den Aachener so gar nicht ins Konzept. Jetzt muss die Spannung bis dahin hoch gehalten werden..
"Bei einem Sieg kann uns niemand mehr die Klasse streitig machen", blickt auch Steffi Fritschi optimistisch nach vorne. Eine anderes Ergebnis, also eine Niederlage gegen Dresden, würde nicht bedeuten, dass man sich aus der Liga verabschieden müsste. Dann kommt es auf die Ergebnise der anderen Team an. Für den Fall müsste möglicherweise wieder der Rechenschieber hervorgeholt werden. Klar ist allen Aachenern auch, dass es nach dem Dresden Spiel in den beiden letzten Spielen in Essen-Bredeney und Bad Vilbel nichts zu holen gibt. "Die beiden machen den Meistertitel unter sich aus", ist Steffi Fritschi fest überzeugt.
Gegen die Mannschaft von Karlsruhe-Rüppurr, die bereits mit einer Niederlage (2:7 gegen Essen Bredeney) im Gepäck nach Aachen angereist war, standen die Gastgeberinnen in den Einzelspielen auf verlorenen Posten. "Eng" war es in den beiden Auftritten von Marie Benoit (gegen Mandy Minella) und Elyne Boeykens (gegen Sabine Lisicki), die beide erst im Champions Tiebreak knapp das Nachsehen hatten. Marc Zander hob besonders die Leistung von Eyne Boeykens hervor, der, so der Teamchef, gegen die frühere Wimbledon-Finalistin Sabine Lisicki fast eine Sensation gelang. Mit 10:8 hatte Lisicki, die in der Weltrangliste aber längst nicht mehr ganz vorne anzutreffen ist, sondern nach Verletzungen nur noch Platz 298 belegt in der entscheidenden Phase das Quäntchen Glück auf ihrer Seite. "Sie war schon etwas nervös", registierte Stefffi Fritschi kleine mentale Probleme bei der früheren Wimbledon-Finalistin. Aachens Trainerin: "Man merkte, dass sie unbedingt gewinnen wollte." Nach der Niederlage gegen Essen-Bredeney war es für Sabine Lisicki in Aachen dann auch der erste Sieg.
"Das Match kann auch unsere Spielerin gewinnen", trauerten Marc Zander und Steffi Fritschi einem möglichen Punktgewinn nach. Der war auch Marie Benoit zuzutrauen, die Mandy Minella aus Luxemburg beim Stande von 10:4 im Champions Tiebreak zum Sieg gratulieren musste. Für Aachens sportliche Leitung waren es Dreisatzspiele auf Augenhöhe. Fairerweise gestanden sie aber auch, dass die eigenen Spielerinnen keine Matchbälle verzeichnen konnten.
In den anderen Einzelspielen gab es jeweils Zweisatz-Siege für die Gäste. "Unsere Mädels haben aber nicht enttäuscht", gab es anschließend keine Vorwürfe. "Sie alle haben ihre mögliche Leistung abgerufen." Ysaline Bonaventure unterlag Kateryna Kozlova, die im Kader an Nr. 2 gemeldet ist, mit 3:6, 4:6. Quirine Lemoine verlor gegen Karolina Muchova mit 4:6, 5:7. Magali Kempen konnte in ihrem Spiel gegen Anna Bondar lange mithalten, bevor die Spielerin aus Ungarn mit 6:4, 6:3 einen weiteren Punkt für ihr Team sicherstellte. Klarer ist das Ergebnis von Julia Kimmelman von 1:6. 4:6, die an Position 6 gegen eine weitere Spielerin aus Ungarn, Reca-Luca Jani, unterlegen war. Zuspruch bekam sie vom Teamchef. "Das Ergebnis spielgelt nicht so den wahren Spielverlauf wieder. Julia konnte in den Ballwechsel doch sehr gut und lange mithalten."
In den drei Doppelspielen versäumten es die Gastgeberinnen punktemäßig ein wenig nach zu bessern. Zweimal fiel die Entscheidung zu Ungunsten der Aachenerinnen wieder im Champions Tiebreak. Ganz knapp mussten sich jeweils Marie Benoit und Elyne Boeykens im 2. Doppel sowie Magali Kempen und Julia Kimmelmann im 3. Doppel geschlagen geben. Den Ehrenpunkt sicherte dem Team das erste Doppel Ysaline Bonaventure und Lemoine Quirine in zwei Sätzen.
Nach der Niederlage, die gut 350 Zuschauern verfolgt hatten, erkannten die Aachener den Sieg der Gäste neidlos an. "Wir haben gut dagegen gehalten. Sie waren aber im Endeffekt besser", brachte es Steffi Fritschi auf den Punkt. Marc Zander haderte indes ein wenig mit dem ein oder anderen Punktverlust. "Ein 2:4 nach den Einzelspielen wäre vielleicht gerechter gewesen." (Michael Thoma)