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Herren-Bundesliga: Derbys im Schatten des CHIO

Filmen kann Boris Becker auch. Der ehemalige Tennis-Star war bei der VIP-Gala des CHIO von Kurhaus-Sponsor Dr Hermann Bühlbecker eingeladen worden. Foto: CHIO Aachen/Andreas Steindl

In der Herren Bundesliga kommt es am vierten Spieltag zu einem weiteren TVM-Derby. In Aachen stehen sich am Sonntag (11 Uhr) die beiden noch sieglosen Teams von Gastgeber Blau-Weiss, und Rot-Weiss Köln gegenüber. Beide Mannschaften benötigen einen Sieg um erste Abstiegssorgen zu verscheuchen. Kurhaus Aachen trifft in einem NRW-Derby auf den Rochusclub Düsseldorf. In dieser Begegnung wollen beide Teams mit einem Sieg den Kontakt zur Tabellenspitze halten. Die Düsseldorfer haben bislang kein Spiel verloren, Aachen hatte in Krefeld einmal das Nachsehen.

In dieser Woche steht Aachen bis zum Sonntag ganz im Zeichen des CHIO, also dem weltweit größten Reitturnier. Im Blickpunkt stehen die besten ReiterInnen, Gespannfahrer und Volltigierer aus aller Welt. Alles dreht sich in dieser Zeit um "Ross und Reiter". Andere Sportarten verschwinden während dieser Zeit medial vorübergehend fast von der Bildfläche. Die Vierbeiner stehen publikumswirksam in der Pole Position jeglicher Berichterstattung. Bei den beiden prestigeträchtigen Bundesliga-Derbies am Sonntag in Aachen werden die Tennisspieler deshalb wieder etwas neidisch in die benachbarte Soers schauen. Die Schlagzeilen gehören wohl wieder nur der Reiter-und Pferdewelt.

Doch dieses Jahr war vieles anders. Boris Becker sei Dank. Der vielfache Wimbledonsieger, immer noch das Tennis Aushängeschild aller Deutschen, besuchte in diesem Jahr erstmals den CHIO in Aachen. Die Schlagzeilen waren ihm gewiss. Er kam aus Wimbledon, wo er zuletzt noch das Finale zwischen Federer und Djokovic für die BBC kommentiert hatte. Aachen war ein Zwischenstopp, bevor es nach Nizza weiterging.

"Ich bin schon häufiger eingeladen worden, dieses mal hat es geklappt", freute sich der inzwischen 50-Jährige über den Besuch beim "Wimbledon der Pferde-Welt". Eingeladen und in die Wege geleitet hatte alles Dr. Hermann Bühlbecker. Der Inhaber der Printen- und Schokoladenfabrik Lambertz, führt seit Jahren die Regie bei der Media-Night, einem exklusiven Promi-Treff, bei der sich am Eröffnungstag des CHIO immer die Wichtigen, Schönen und Reichen aus allen Sparten der Politik und dem Showgeschäft blicken und feiern lassen.

Dieses Mal eben mit Boris Becker, der der internationalen Medienschar auch veriet, dass er selbst einmal geritten sei. "Nicht so gut", gestand er, deshalb habe er auch viel Respekt vor Pferden. Es machte ihm sichtlich Spass im Blitzgewitter allen Rede und Antwort zu stehen. Akkredidiert hatten sich, so der Presseorganisator, Kai Meesters, 30 Fotografen und 70 Medienvertreter - nur für den Abend. Dabei sein war alles.

Der NRW-Ministerpräsident Armin Laschet, Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp oder viele andere Funktionsträger waren an diesem Abend aber eher uninteressant. Ganz zu schweigen von Beckers Mit-Promis wie der Schauspielerin Nastassja Kinski, Sterne Koch Nelson Müller, Musiker Lou Bega, WDR-Indentat Tom Buhrow oder Influencerin Scarlett Gartmann, nicht zu vergessen Wolfgang Bosbach mit Töchtern, die seit vielen Jahren fester Bestandteil dieser Fete sind. Sie alle mussten sich wie auch Mutter Beimer aus der Lindenstaße hinten anstellen.

Advantage Becker. Für den Besuch in der alten Kaiserstadt hatte sich Becker extra noch fein rausgeputzt. Wie die Aachener Zeitung wusste, hatte er sich in der Stadt noch extra einen Anzug gekauft. Der Koffer des Tennis Stars war wohl einer von vielen, die aus Sicherheitsgründen vorübergehen im Londoner Flughafen auf einen verspäteten Ablflug warten musste.

Becker, der immer noch als 17-jähriger Leimener, der gerade Wimbledon gewonnen hat, bei seinen Fans in der Erinnerung lebt, genoss seinen Auftritt. Interviews, Autogramme geben, Selfies für den eigenen Instagram Account schießen... Becker fand es "amazing". Seine Follower sollen ja wissen, was er so in Aachen getrieben hat.

Sein Gastgeber Dr. Hermann Bühbecker, bekanntermaßen auch der große Förderer vom Bundesligisten Kurhaus Aachen, hatte somit wieder viele Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Alle kamen auf ihre PR-Kosten. Auch der Tennissport, über den, dank Boris, trotz der vielen Pferde auch in diesen Tagen in Aachen viel geredet wurde. Die Schlagzeilen, TV- und Radiobeiträge sowie die Clicks in den sozialen Medien waren auf jeden Fall vorübergehend sehr Tennis-lastig.

Blau-Weiss Aachen - Rot-Weiss Köln

"Beide müssen gewinnen, das macht in diesem Derby die Spannung aus", informierte Blau-Weiss Team-Chef Marc Zander die Mitglieder per Newsletter. Sie mögen doch bitte alle zahlreich erscheinen. Jede Unterstützung zählt. Nach der deutlichen 0:6-Pleite in Mönchengladbach wollen die Gastgeber wieder an die Leistungen der beiden vorangegangenen Niederlagen gegen Weinheim und Mannheim anknüpfen. Sie wissen: Gegen die Kölner ist ein Sieg möglich, zudem den Gast viele Verletzungssorgen plagen. für das eigene Team sollen folgende Spieler aufschlagen: Thiemo de Bakker, Yannick Reuters, Germaine Gigounon und Niels Desein.

"Für uns war es eine höchst emotionale Woche", bringt es Rot-Weiss Tennis-Chefin auf den Punkt. Kurz vor dem Ligastart, den alle so sehnlichst herbeigesehnt hatten, folgte eine Hiobsbotschaft nach der anderen. Fognini (Ellbogen), Seppi (Hüfte), Paire (Rücken), Brown (Rücken), Otte (Ermüdungsbruch) verwandelten den Kader in ein mittelgroßes Lazarett. Der Punktgewinn in Großhesselohe war bei diesen Voraussetzungen einem Sieg gleichzusetzen. Bester Spieler war für Sussan Karimi Adam Pavlasek. Für seine Leistung - die Teamleitung ernannte ihn zum Spieler des Tages - wünschte sich der bescheidene Tscheche ein Schnitzel.

Eine andere Ehrung: Viel Beifall erhielt Andy Mies, als er während des Heimspiels gegen BW Krefeld für seinen French Open Doppelerfolg (mit Kevin Krawietz) von Ex-Bundestrainer Hans-Peter Born geehrt wurde. 4000 Fans ließen ihn mit standing Ovationen hochleben. "Es war ein Gänsehautfeeling", so die stolze Tennis-Chefin. In Aachen soll möglicherweise Benoit Paire aufschlagen, der zuletzt ja auch verletzt war. Adam Pavlasek und Jan Choinski sind auf jeden Fall für einen Einsatz in Aachen vorgesehen. Trotz alle Sorgen reisen die Kölner zuversichtlich nach Aachen. "Wir wollen den ersten Sieg", gibt Sussan Karimi die Parole aus.

TK Kurhaus - Rochusclub Düsseldorf

Der Erfolg in Weinheim soll neue Energien freisetzen. Es ist ja noch mal gut gegangen, nachdem es nach den Einzel noch 3:3 stand. Aber die Doppelstärke der Aachener in allen Variationen dürfte seit diesem Spieltag bekannt sein. Die Option Struff/Pütz oder eben ganz anders wie in Weinheim, als das Daviscup-Doppel "getrennt" wurde, könnte künftige Gegner zum Nachdenken bringen.

Jan-Lennard Struff soll auf jeden Fall auch am Sonntag mit von der Partie sein. Es ist seine Heimpremiere beim neuen Club. Die Fans werden neugierig sein auf den sympathischen Warsteiner. Möglicherweise wird ja - je nach Spielstand im Zusammenspiel mit mit seinem Spezie Tim Pütz wieder einmal Davis-Cup-Atmosphäre im Kurpark aufkommen. Den Kader für den Sonntag komplettieren Nils Langer und Salvatore Caruso.

Für beide Teams ist das Spiel ein wenig richtungsweisend. Geht es weiter nach oben oder muss man sich mit den unteren Gefilden der Tabelle vertraut machen. Mit einer reinen Weste kommt der Gast aus der Landeshauptstadt angereist. Ein Unentschieden (gegen Großhesselohe 3:3)) sowie zwei Siege über Weinheim und das Team Hämmerling Sennelager (jeweils 5:1) lassen ahnen wie stark die Gäste einzuschätzen sind. (Michael Thoma)