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Leistungssport

Herren-Bundesliga: Doppel-Strategie ist für Kurhaus aufgegangen

TC Weinheim - Kurhaus Aachen 2:4

Die wenigstens dem Ergebnis nach deutliche 1:5-Niederlage vom zweiten Spiel gegen Krefeld wollten die Aachener schnell vergessen machen. Allen voran Jan-Lenard Struff. Kurhaus neuer Spitzenspieler verlor bekanntlich in Krefeld bei seiner Kurhaus-Premiere in drei Sätzen gegen den Italo-Chilenen Christian Garin. In Weinheim hat es dann gezündet. Gegen Yannick Hanfmann gewann er zunächst den ersten Satz mit 7:5, bevor sein Gegenüber mit 6:3 noch einmal den Gleichstand herstellte und somit die Spannung hochhielt. Dann bewies Aachens neuer Daviscup Spieler seine Nervenstärke. Im Tie-Break ließ er mit 10:2 Hanfmann keine Chancen mehr.

Zu diesem Zeitpunkt hatte bereits Strufffs Daviscup Doppelpartner Tim Pütz sein Einzel in zwei Sätzen gewonnen. Er war für Pablo Cuevas aufgerückt, der nach dem Match in Krefeld duch einer Magen-Darmverstimmung zu geschwächt war. Aber Pütz kann auch Einzel. Im Gegensatz zu den beiden Daviscup Spielern lief es bei den beiden anderen nicht so erfolgreich. Steve Darcis und Carlos Taberner unterlagen jeweils in zwei Sätzen. Für den Spanier Taberner war es die Premiere im Kurhaus-Dress.

Beim Stande von 2:2 wurde die Überlegungen vor der Doppelaufstellung spannend: wer soll zusammenspielen? Struff/Pütz, das derzeit beste deutsche Doppel, sollte für einen Punkt gut sein. Aber da die Kurhaus-Verantwortlichen gewinnen wollten, setzten sie auf alles oder vielleicht nichts. Das Ergebnis der Überlegungen: Struff bekam Nils Langer an die Seite und sein Daviscup Doppelspezie Tim Pütz trat mit Steve Darcis an. Die Rechnung ging auf und wie. Alles richtig gemacht: Tim Pütz bewies seine Doppelqualitäten auch an der Seite von Steve Darcis. Beide verbuchten zunächst den dritten Punkt für Kurhaus. Ein Punkt war schon sicher.

Spannend machten es Struff und Langer. Als Pütz/Darcis schon ihren Sieg ein wenig feierten, stand es im ersten Doppel 6:4, 4:4. Es dauerte noch etwas, bevor die anderen in die Feierlaune mit einstimmten. Die Entscheidung fiel im Tiebreak. 6:5 stand es, als der viel umjubelte erste Matchball verwandelt werden konnte. Die Rechnung war aufgegangen. Der zweite Sieg war perfekt und die 1:5-Pleite aus Krefeld wurde etwas gerade gerückt. Mit zwei Punkten hat dazu auch wesentlich Jan-Lennard Struff beigetragen.

Stimmen zum Spiel

Alexander Legsding (Teammanager) "Wir haben natürlich vor den Doppel hin und her überlegt, ob wir Struff/Pütz zusammenspielen lassen oder nicht. Unsere Entscheidung war dann richtig. Eine starke Leistung bot Jan-Lennard Struff. Sein Gegner Yannick Hanfmann hatte ja gerade das Challenger-Turnier in Ludwigshafen gewonnen. Erst im Champions Tiebreak ging bei ihm nur noch wenig. Er wurde von Struffi richtig überrollt. Nach neun Punkten in Folge ging der Sieg dann klar 10:2 an ihn."

Rot-Weiss Köln - Blau-Weiss Krefeld 2:4

Mit der Gewissheit, dass es keine Wunderheilungen gibt, trat Kölns Tennis-Chefin mit ihren Mannen die Heimreise am Freitag von Großhesselohe nach Köln an. Mit 3:3 hatten sie beim Aufsteiger auf jeden Fall einen Punkt sichergestellt - aber zufrieden war Sussan Karimi trotzdem nicht. Allen war klar, dass in der Besetzung, die durch zahlreiche Verletzungen einiger Leistungsträger (Paire, Seppi, Brown, Otte) bedingt war, das Remis beim Aufsteiger schon einem Sieg gleichzusetzen war.

An eine Wunderheilung hätte Sussan Karimi vor dem schweren Heimauftakt gegen Blau-Weiss Krefeld gerne zurückgegriffen. Ihr blieb nur die Hoffnung;: "Alles muss erstmals gespielt werden." Das Vertrauen bekamen zwangsläufig wieder die Akteure, die in München nicht enttäuscht hatten. Die Einzel waren dann wieder recht knapp. Zweimal entschied der Champions-Tiebreak gegen die Kölner. Kimmer Copperjans (5:10 gegen Garin) und Adam Pavlasek (1:10 gegen Collarin) hatten knapp das Nachsehen. In zwei engen Sätzen musste sich Santiago Giraldo gegen Paolo Lorenzio (5:7, 6:7) geschlagen geben. Der Kölner Ehrenpunkt aus den Einzelspielen gelang Jan Choinski. Er besiegte an Position drei den Italiener Frederico Gaio mit 7:6, 6:3. Halbzeit 1:3.

Für einen weiteren Punktgewinn waren nun zwei Siege im Doppel nötig. Ein schwieriges Unterfangen. Santiago Giraldo und Jan Choinski verloren das ersten Doppel in zwei Sätzen. Spannender machten es Andy Mies und Adam Pavlasek. Sie gewann den ersten Satz im Tiebreak und sicherten anschließend mit einem weiteren 7:6-Satzgewinn den zweiten Punkt für den Gastgeber. Die Kölner warten somit weiter auf den ersten Sieg.

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Sussan Karimi (Team Chefin): "Wir müssen realistisch bleiben. Mehr war nicht drin. Ich müsste ihnen dasselbe sagen wie zuletzt nach dem Spiel in Großhesselohe. Es ist natürlich auch bedauerlich, wenn zwei Spiele wieder im Champions-Tiebreak verloren gehen. Ich kann den Spielern keinen Vorwurf machen. Besonders gefreut hat mich der Doppelsieg von Adam Pavlasek und Andy Mies. Wir müssen jetzt einfach abwarten wie und wann sich unser Lazarett lichtet. Oscar Otte fällt wie gesagt wahrscheinlich länger aus. Bei ihm wurde ein Ermüdungsbruch am Lendenwirbel festgestellt."

Gladbacher HTC - Blau-Weiss Aachen 6:0

Sie können einem fast leid tun, die Nachrücker von Blau-Weiss Aachen. Mit viel Elan sind sie in die 1. Liga zurückgekehrt. Dann folgten zum Auftakt zwei Niederlagen gegen Weinheim und Grün-Weiss Mannheim. "Da war für uns jedes Mal ein Punkt drin", haderte Aachens Teamchef Marc Zander noch lange mit dem verpatzten Start. Stolz war er trotzdem auf seine Mannen, die ihre Bundesligatauglichkeit auf Anhieb wieder unter Beweis gestellt hatten.

Besonders der Heimauftritt gegen den Deutschen Meister aus Mannheim hatte es in sich. Nach einer langen Regenpause fiel die Entscheidung für den Gast aus dem Südwesten Deutschlands in der Halle erst kurz vor Mitternacht. Mit einem glücklichen 4:2 im Gepäck trat der Meister die Heimreise an. Der große Favorit war noch einmal mit einem blauen Auge davon gekommen. Dem stimmte auch Gerald Marzenell, der Teamchef der Mannheimer, zu. "Da haben wir eine gute Portion Glück gehabt", zollte er dem Verlierer großen Respekt. Für beide Teams wurde es anschließend eine kurze Nacht. An viel Schlaf war nicht zu denken.

Für Aachen galt am Tag darauf die Konzentration dem nächsten Gegner, dem Gladbacher HTC. Und das war wieder einer der ganz harten Brocken. Von Kohlschreiber oder Robin Haase mag nach der "Night Session" gegen Mannheim möglicherweise vorab der ein oder andere Blau-Weisse schon geträumt haben. "Wir sind natürlich wieder der krasse Außenseiter", waren sich alle Blau-Weissen im klaren, als es auf die kurze Reise nach Mönchengladbach ging.

Es begann dann genauso wie es zu erwarten war. In jeweils Zweisatzsiegen mussten sich Thiemo de Bakker, Zizou Bergs und Yannik Reuter ihren Gegner geschlagen geben. Vor der großen Überraschung stand aber im Spitzenspiel Tallon Griekspoor. Er hatte den deutschen Spitzenspieler und langjährigen Daviscup-Akteur Philipp Kohlschreiber am Rande einer Niederlage. Erst im dritten Satz machte der Routinier mit 11:9 den Sack zu. Halbzeitstand 4:0.

Lange musste Kohlschreiber auch im Doppel wieder kämpfen. Mit Robin Haase gewann er letztendlich im Champions Tiebreak (10:3) gegen die stark aufspielenden beiden Niederländer Griegspoor/de Bakker. Deutlich fiel die Niederlage der beiden anderen Aachener im zweiten Doppel aus. Gigounon/Desein mussten ihren Gegnern nach zwei Sätzen (3:6, 4:6) zum Sieg gratulieren.

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Marc Zander (Teamchef): "Für die Niederlage brauchen wir uns nicht zu schämen. Gladbach ist für mich einer der Titelanwärter. Toll fand ich den Auftritt von unserer Nummer 1, Tallon Griekspoor, der Kohlschreiber am Rande einer Niederlage hatte. Im Champions-Tiebreak lag er schon mit 8:6 vorne. Auch im Doppel boten unsere Leute gegen die Top-100-Spieler eine überragende Leistung. An der klaren Niederlage gibts nichts zu rütteln. Wir sind aber nicht enttäuscht. Punkten wollen wir wieder im nächsten Spiel im TVM-Derby gegen Köln."

Alle Ergebnisse des dritten Spieltages und die Tabelle gibt es hier.

nächster Spieltag:

21. Juli - 11 Uhr

TK Kurhaus Aachen - Rochusclub Düsseldorf

Blau-Weiss Aachen - Rot-Weiss Köln

(Michael Thoma)