Zum Hauptinhalt springen

Unser Partnershop:

Tennis-point.de
Leistungssport

Herren-Bundesliga: Durchwachsene Saison der TVM-Teams

Die zurückliegende Bundesligasaison war sicher nicht die der TVM Teams. Nach dem Abstieg von Blau-Weiss Aachen sind es künftig nur noch zwei Teams, die den TVM erstklassig vertreten. Fast hätte es auch noch das Team von Rot-Weiss Köln erwischt. Aber durch den Last Minute Sieg über TuS Sennelager bleiben die Kölner erstklassig. Der TK Kurhaus Aachen entsprach der eigenen Zielvorstellung "oben mitspielen" Zu mehr, sprich ganz oben, reichte es aber nicht, obwohl die Chancen dazu in der recht ausgeglichenen Liga da waren. Ein Rückblick und die Einschätzung der beteiligten Vereine von Michael Thoma.

Rot-Weiss Köln

"Et hät noch immer jot jejange" kann man im §3 des kölschen Grundgesetz nachlesen. Und daran wollten sich die Spieler von Rot-Weiss Köln vor dem letzten Spieltag gegen das Team Hämmerling TuS Sennelager auch halten. Es hat geklappt: nach dem Einzelstand von 2:2 machten beide Doppel in jeweils Zweisatzsiegen den Klassenerhalt perfekt. Ganz Köln jubelte. Ein Last Minute Sieg, der Weinheim mit gleicher Punktzahl aber schlechterem Matchverhältnis (24:30 zu 22:32) in Liga zwei schickte. Die Weinheimer verloren ihr letztes Spiel gegen Großhesselohe mit 2:4. Es war eine ganz enge Angelegenheit für die Münchener. Vier der sechs Matches wurden im Champions Tiebreak entschieden. Drei davon waren für die Gastgeber, die damit letztlich den 4:2-Sieg (Halbzeit 3:1) für sich entschieden. Weinheim konnte nur noch auf einen Ausrutscher von Köln hoffen. Daraus wurde nichts. Trauer in Weinheim. Köln konnte aufatmen. Diese Konstellation (eigener Sieg und Niederlage Weinheim) war für die Kölner nötig um "drin zu bleiben". Viele hatten gar nicht mehr damit gerechnet, nachdem am vorletzten Spieltag das Prestigeduell gegen Düsseldorf mit 2:4 verloren ging. Das war schon fast wie ein Abstieg. Aber eine Bundesliga ohne die Kölner, die seit ihrer Zugehörigkeit die Top-Liga mit so viel Begeisterung und Engagement bereichert haben, geht im Grund gar nicht. Der §3 des kölschen Grundgesetz hat schon seine Berechtigung.

Sussan Karimi (Sportliche Leiterin Tennis): "Im März wäre ich mit dem Saisonverlauf sicherlich nicht zufrieden gewesen, aber nach Meldeschluss hatten sich einige Konstellationen geändert. Durch den unvorhersehbaren und tollen Gewinn der French Open konnte Andy Mies schon nach Hamburg die Amerikaserie spielen. In den letzten Jahren, stand er uns für alle Spiele zur Verfügung. Auch Wesley Koolhof, der nach zwei Finalteilnahmen bei einem ATP 1000 in die Top 30-Doppelrangliste unterstützte die Rot Weissen nur einmal. Nach Verletzung von Dustin Brown, Oscar Otte und Andreas Seppi drehte sich das Blatt und die Saison wurde noch einmal zur Herausforderung. Dass es am Ende so dramatisch und knapp war, damit hatte keiner gerechnet, aber die Stimmung innerhalb des Teams war immer sehr gut und der Wille auch 2020 im Oberhaus zu spielen auf jeden Fall da. Insgesamt waren die Teams 2019 sehr stark, den Zuschauern wurde Top-Tennis geboten. Der letzte Heimspieltag war sicherlich an Dramatik nicht zu überbieten. Ganz Köln hat mitgefiebert und man konnte auch in diesem Jahr die Zuschauerzahlen noch einmal steigern. Schade für das Team von BW Aachen und dem TC Weinheim, die auch starke Teams ins Rennen geschickt haben, aber nicht immer das Glück auf ihrer Seite hatten. Glückwunsch an den Meister in Mannheim. Wir freuen uns auf 2020."

Blau-Weiss Aachen

Kein Öcher (Aachener) Grundgesetz hat Blau-Weiss Aachen. Aber das ist nicht der Grund für den erneuten Abstiegs des Herren-Teams. Der kurzfristige Rückkehrer nach dem Ausstieg von Blau-Weiss Halle bot während der gesamten Saison eine imposante Leistung. Viele hatten die Spiele auf Augenhöhe dem Neuling nicht zugetraut. Obwohl letztlich nur ein Punkt auf der Habenseite stand, verkauften sich die Aachener in vielen Begegnungen (unter anderem Mannheim, Krefeld) vielversprechend. Trotzdem müssen sie wieder in den sauren Apfel des Abstiegs beißen. Für den Club ist es bekanntlich der zweite, nachdem sich zuvor auch die Frauen ebenfalls recht unglücklich aus der Bundesliga verabschiedet hatten. Der Club und seine Spitzenteams werden sich davon nicht unterkriegen lassen. Wie formulierte es Coach Thilo Frischi, Coach der Frauen und Männer nachdem der zweite Abstieg in der der Saison feststand:" wie come back stronger".

Marc Zander (Teammanager): "Es war wie erwartet die schwere Saison für Blau-Weiss Aachen. Die Mannschaft hat sich in vielen Begegnungen top präsentiert, so dass auch selbst der Deutsche Meister Mannheim und Vizemeister Krefeld am Luxemburger Ring heftig für einen 4:2-Sieg kämpfen mussten und dies erst oft mit Hilfe zahlreicher Tie-Break-Siege im dritten Satz. Mit einem Abstieg kann kein Verein grundsätzlich zufrieden sein und so versöhnt am Ende etwas das 3:3 im Stadtduell gegen Lambertz Kurhaus Aachen, wo auch kurzzeitig ein Sieg in greifbarer Nähe war. Im Laufe der Saison gab es zu den wichtigen Spielen auch Ausfälle im Team, ganz besonders heftig traf es das Team gleich am ersten Spieltag gegen Weinheim, bei dem die Top-Spieler des Teams (Tallon Griekspoor und Thiemo De Bakker) kurzerhand auf der Autobahn nach Braunschweig zum Turnier abbiegen musste, um dort am Sonntag den Turnierstart zu vollziehen, was nicht verständlich ist, dass nach vielen Jahren und gleichzeitig zur Bundesliga ein deutsches Turnier plötzlich Sonntag startet. Am Ende haben viele Teams mit ihren besten Besetzungen gegen Aachen gespielt, um im gefühlten Vier-Punkte-Spiele den vermeidlichen Abstiegskandidaten hinter sich zu lassen. Teams wie Mannheim, Köln und Weinheim haben ihre Top-Spieler nur dieses eine Mal eingesetzt. Alle schafften jeweils nur einen 4:2-Sieg. Das zeigt, wie eng die Partien teilweise waren, aber auch wie unterschiedlich die Kaderplanung der 1. Liga mit Vierer-Teams zur zweiten Liga mit Sechser-Teams ist, zumal wenn man nicht zu den dauern etablierten Teams der Liga zählt und beide Systeme in seiner langfristigen Planung beachten muss. Für die Blau-Weissen ist der Abstieg kein Weltuntergang und die Planungen für die neue Saison laufen bereits an um auch im nächsten Jahr wieder Bundesligatennis im Doppelpack (Damen und Herren) am Luxemburger Ring zu präsentieren. Ein herzlicher Glückwunsch geht nach Mannheim zur Deutschen Meisterschaft und Rot-Weiss Köln zum Klassenerhalt in letzter Minute."

TK Kurhaus Aachen

Beim Stadtnachbarn Kurhaus wusste man nach Abschluss der Spiele nicht so recht wie der vierte Platz einzuordnen ist. Ihr Ziel war es bekanntlich oben mitzuspielen. Von einem möglichen Titelgewinn wurde nicht gesprochen. Sie hatten nach den Erfahrungen der letzten Jahren ein bisschen tief gestapelt. Es war auf jeden Fall mehr drin gewesen. Die Niederlagen gegen Krefeld und auch Mannheim schmerzten besonders. Aber durch die Verpflichtung von Struff und Pütz wurden Signale ausgesendet, dass man sich künftig wieder mehr zutraut. Der vierte Platz kann als Sprungbrett und Motivation für einen neuen Anlauf zum möglicherweise nächsten Deutschen Meistertitel verstanden werden. Es wäre der sechste!

Alexander Legsding (Teammanager): "Wir sind mit dem Saisonverlauf nicht 100-prozentig zufrieden. Es gab vier Siege (über Köln, Weinheim, Düsseldorf und Gladbach), drei Unentschieden (München, Paderborn und BW Aachen) sowie zwei Niederlagen gegen Krefeld und Mannheim. Die Verpflichtung der deutschen Davis Cup-Spieler Jan-Lenard Struff und Tim Pütz war ein Glücksfall für uns, denn sie wurden vom Publikum sehr interessiert angenommen. Auch die weiteren Zugänge wie Carlos Taberner und Filippo Baldi stimmen uns hoffnungsvoll für die Zukunft. Es gab jedoch einige Spieler, die verletzungs- und krankheitsbedingt gar nicht zum Einsatz kamen. Trotz sorgfältiger Saisonplanung lässt sich nicht alles vorhersehen. Immerhin hatten wir nach dem sechsten Spieltag die Möglichkeit, ins Rennen um die Deutsche Meisterschaft einzugreifen, was vorher nicht unbedingt geplant war. In den letzten drei Spieltagen lief es nicht dann mehr so rund. So ist nunmal der Sport. Mit den Zuschauerzahlen sind wir zufrieden, denn es gab gegenüber dem Vorjahr eine deutliche Steigerung. Selbst am verregneten Spieltag gegen Gladbach fanden viele Zuschauer den Weg in die Tennishalle. Wir gratulieren GW Mannheim zur erneuten Meisterschaft!"