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Leistungssport

Herren-Bundesliga: Kein Sieg für die drei TVM-Teams

Thiemo de Bakker (l.) und Tallon Grieksspoor von BW Aachen gewann jeweils ihr Einzel.

Zwei Spiele vor dem Abschluss der Saison haben die drei TVM Teams aus Köln und Aachen ihre Spiele verloren. Rot-Weiss Köln, Kurhaus Aachen und Blau-Weiss Aachen verloren jeweils mit 2:4. Für die blau-weißen Aachener bedeutet die Niederlage gegen Krefeld der Abstieg. Sorgen um die Ligazugehörigkeit muss sich auch Rot-Weiss Köln machen. Sie belegen den vorletzten Platz in der Tabelle. Kurhaus Aachen ist Vierter und hat mit der Meisterschaft und dem Abstieg nichts zu tun.

Rot-Weiss Köln - TC Weinheim 2:4

"Das wird ein Vier-Punkte-Spiel", wertete Kölns Tennischefin Sussan Karimi vorab die Bedeutung des Heimspiels gegen den TC Weinheim ein. Soll heißen, wer verliert, bekommt noch Probleme mit dem Klassenerhalt. Beide Teams sind Tabellennachbarn in der Region, in der es noch gefährlich werden kann. "Kommen und gucken", wurden die Clubmitglieder per Newsletter aufgefordert, beim Sonntagsspaziergang im Stadtwald doch bittschön auf der Rot-Weiss Anlage vorbei zuschauen, um das Team zu unterstützen. Es waren wieder viele gekommen. Doch sie mussten zunächst mächtig zittern.

Der Auftakt der ersten beiden Einzel verlief dann gar nicht so im Sinne der Gastgeber. Jan Choinski lag im ersten Satz schon mit 5:6 im Rückstand, bevor er im anschließenden Tie-Break den Satz noch "drehen" konnte. Aufatmen, aber aus Kölner Sicht ging es so nicht weiter. Weinheims Italiener Andrea Ambaldo hielt dagegen, machte es noch eimal spannend. 6:3 Satzausgleich. Anschließend blieb es spannend bis zum Matchball. Und der gehörte Kölns Nummer vier. Choinski behielt die Nerven und beendete den Krimi mit einem 10:7-Erfolg. Zwischenzeitlich hatte Adam Pavlasek aber sein Match gegen den Schweden Jonathan Mridha in zwei Sätzen (1:6, 5:7) abgegeben.

Nun waren alle Blicke auf Oscar Otte gerichtet, der im Spitzenspiel sein kleines Comeback feierte. Gegen den Italiener Thomas Fabbiano musste er sich in zwei Sätzen geschlagen geben. Es sah nicht gut aus für die Gastgeber, zumal Kimmer Coppejans an Position zwei gegen Yannik Hanfman auch nicht so richtig in Tritt kam. 5:7, 2:6 stand es zum Schluss. Der 1:3-Rückstand war nicht eingeplant.

Die Entscheidung in dem Vier-Punkte-Spiel fiel somit in den Doppelbegegnungen. Für ein Remis waren zwei Siege erforderlich. Ein schwieriges Unterfangen. Aber es war möglich, wenn man einen Blick auf den Verlauf der beiden Begegnungen wirft. Coppejans/Born schafften mit einem 10:7 im dritten Satz den zweiten Punkt für ihr Team. Noch ausgeglichener und enger war der Ausgang des anderen Doppels, in dem die Kölner Niederlage aber besiegelt wurde. Choinski/Pavlasek hielten lange mit, bevor Fabbiano/Hanfmann mit 12:10 ihrem Team eine vergnügliche Heimreise bescherten. Endstand 2:4 aus Kölner Sicht.

Zuschauer: 2000

Stimmen zum Spiel: Yannick Born (Spieler): "Es war ein Match, in dem es für alle um sehr viel ging. Entsprechend eng waren die Spiele. Ein 3:3 wäre für uns möglich gewesen. Als wir das zweite Doppel gewonnen hatten, führte das erste Doppel im dritten Satz mit 7:3. Es fehlten dann halt ein paar Punkte. Jetzt müssen wir eben am nächsten Wochenende mindestens ein Spiel gewinnen und eines unentschieden spielen."

Blau-Weiss Aachen - Blau-Weiss Krefeld 2:4

Es soll einfach nicht sein. Wieder einmal bot Blau-Weiss Aachen einem favorisierten Gegner, dieses Mal war es der Titelkandidat aus Krefeld, lange Paroli. Viele der 600 Fans werden sich gefragt haben, wer will denn hier Meister werden. An einen möglichen Absteiger aus Aachen mag an diesem Nachmittag so niemand richtig gedacht haben. Aber es wurde wieder mal nichts. Die Doppel entschieden zugunsten der Gäste aus Krefeld. Endstand 4:2.

Der Reihe nach: Ohne die lästigen Wetterprobleme der letzten Heimspiele startete der bislang noch sieglose Gastgeber ganz entspannt gegen den Titelaspiranten aus Krefeld, der noch keine Begegnung verloren hatte. Mit ihren beiden neuen Niederländern, die ganz vorne gemeldet waren, verliefen der Auftakt schon recht verheißungsvoll. Thiemo de Bakker, einer der beiden Neuen, gewann mit 7:6, 6:2 den ersten Punkt gegen den Italiener Simone Bolelli, den viele Aachener noch aus seiner Zeit beim Nachbarn Kurhaus kannten.

Niels Desein lief parallel dazu in seinem Match dem Italiener Andrea Collarini in beiden Sätzen immer ein wenig hinterher. Zweimal stand es recht schnell 6:2 für den italienischen Gast. Die Einzelrunde zwei verlief ähnlich wie die erste. Yannick Mertens Niederlage gegen den Italiener Federico Gaio (2:6. 2:6) brachte Krefeld dann wieder mit 2:1 in Führung.

Aber es spielte ja noch Tallon Grieksspoor. Aachens Nummer eins verblüffte im Spitzenspiel den vierten Italiener im Krefelder Team, Paolo Lorenzi, zunächst mit einem schnellen 6:1-Satzgewinn. Die Zuschauer waren bei strahlenden Sonnenschein aus dem Häuschen. Dann bekamen sie auch noch eine gehörige Portion Spannung präsentiert. Der zweite Satz verlief ausgeglichen. Erst im Tie-Break stellte Aachens Holländer den zweiten Punkt für sein Team sicher. Die erste Überraschung war zu diesem Zeitpunkt schon einmal perfekt. Ausgeglichen 2:2 stand es zwischen dem selbsternannten Underdog und dem Meisterschaftsfavoriten.

Die Ernüchterung folgte in den abschließenden Doppelspielen. Vliegen/Gille verloren ihr Match in zwei Sätzen. Ein möglicher Punk war aber immer noch möglich. Jetzt kam es auf De Bakker/Grieksspoor an, die gegen Bolelli/Lorenz lange mithalten konnten, bevor wieder mal der so ungeliebte Champions Tiebreak das Match mit 10:5 zugunsten der Gäste entschied. Die blau-weissen Nachrücker warten weiter auf den ersten Punkt. Sie sind der erste Absteiger.

Zuschauer: 600

Stimmen zum Spiel: Thilo Fritschi (Trainer) "Es war wieder mal eine fantastische Leistung. Zum ersten Mal hatten wir einen 2:2 Zwischenstand. Ein dritter Punkt schien für uns möglich. Aber es soll in dieser Saison wohl nicht sein. Wir können damit leben. We come back stronger."

Grün-Weiss Mannheim - Kurhaus Aachen 4:2

Vor der Abfahrt zum Deutschen Meister nach Mannheim gaben sich die Kurhaus Verantwortlichen recht optimistisch. "Wir wollen 4:2 gewinnen, dann können wir noch um den Titel mitspielen", lautete die Devise von Alexander Legsding. Er wusste, dass seine Mannschaft nur mit einem Sieg weiter im Dreikampf mit Manheim und Krefeld um den Titel mitmischen kann.

Einen gehörigen Strich durch die Rechnung bescherte den Gästen dann der Ausgang der beiden ersten Einzel. Sowohl Filippo Baldi (gegen Kamke) und Tim Pütz (gegen Manuel Pena Lopez) verloren ihre Matches in zwei Sätzen. So einem Zwischenstand wollten sie eigentlich nicht "hinterherlaufen". Aber mit Carlos Taberner und Pablo Cuevas hatten sie ja noch zwei heiße Eisen im Feuer, die die eingangs ausgegebene Parole nicht vergessen hatte.

Sie hielten die Begegnung offen. Beide Mal fiel die Entscheidung im Champions Tiebreak. Aachens Spanier gewann sein Match mit 13:11 und Pablo Cuevas, der eigentlich schon im Flieger Richtung Heimat sitzen wollte, um eine Auszeit zu nehmen, stand seinen spanischen Kollegen in nichts nach. Die Überredungskünste von Alexander Legsding, den Heimurlaub zu verschieben, hatten Wirkung gezeigt. Auf den Mann aus Uruguay kann sich immer verlassen. Im Champions Tiebreak gab er nur einen Punkt ab: 10:1. Das war eindrucksvoll. 2:2: der Ausgleich war geschafft.

Vor der beeindruckenden Kulisse von mehr als 3000 Zuschauern unterstrich der Gastgeber im Doppel seine Titelambitionen. Beide Matches gingen an die Gastgeber. Cuevas/Langer verloren im Champions Tiebreak mit 5:10, Taberner/Pütz hatten mit 3:6, 6:7 das Nachsehen.

Zuschauer: 3200

Stimmen zum Spiel: Alexander Legsding (Teammanager) "Wir hatten Pech und man kann unsere Niederlage durchaus auch als unverdient bezeichnen. Die Mannheimer hatten selbst mit einer Niederlage gerechnet. Aber so ist Tennis. Hervorheben möchte ich Pablo Cuevas, der mit seinem Auftritt echte Werbung in Sachen Tennis betrieben hat." (Michael Thoma)

die nächsten Termine

Sa. 10. August, 12 Uhr :

Rochusclub Düsseldorf - Rot-Weiss Köln

Blau-Weiss Aachen - TC Großhesselohe

Team Hämmerling TuS Sennelager - Kurhaus Aachen

So. 11. August, 11 Uhr (letzter Spieltag)

Kurhaus Aachen - Blau-Weiss Aachen

Rot-Weiss Köln - Team Hämmerling TuS Senegaler