Herren-Bundesliga: RW Köln Derbysieger bei BW Aachen
In der Herren-Bundesliga hat RW Köln mit dem 4:2 bei BW Aachen seinen ersten Saisonerfolg verbucht. Der TK Kurhaus Aachen (Foto) überzeugte im Heimspiel gegen den Rochusclub Düsseldorf mit 6:0. In der Tabelle ist Kurhaus jetzt dritter hinter Mannheim und dem GHTC. Rot-Weiss Köln belegt Rang sieben, Blau-Weis Aachen ist Letzter der Tabelle und hat als einzige Mannschaft noch keinen Sieg auf dem Konto.
Kurhaus Aachen - Rochusclub Düsseldorf 6:0
Es war die Heimpremiere für Jan-Lennard Struff, der vor seinem Einzel gegen Pedro Sousa von den Zuschauern begeistert empfangen wurde. Bis er aufschlagen und sein Können unter Beweis stellen konnte, musste er noch etwas warten. Aachen war für ihn ein Zwischenstopp auf dem Weg nach Hamburg zu den German Open, wo er morgen auf einen Qualifikanten trifft. Im Doppel wird er mit Tim Pütz antreten. Zurück in die Bundesliga:
In der ersten Einzelrunde machte es Steve Darcis wieder einmal etwas spannend. Als der Belgier den dritten Matchball gegen den Tschechen Lukas Rusol verwandelte, mag so manch einer in der Kurhaus Führungsriege gedacht haben "endlich". 6:4 gewann Darcis den ersten Satz bevor seine Gegenüber immer wieder durch lange Ballwechsel das Spiel auf Augenhöhe hielt. Mit 6:3 gelang Aachens Nummer zwei dann der erlösende ersten Punkt für den Gastgeber.
Parallel dazu machte es Tim Pütz an Position vier - wenigstens im ersten Satz - noch einen Tick spannender. Nach dem Tiebreak im ersten Satz (7:2) gegen Henry Squire, den vielfachen Deutschen Nachwuchsmeister, hatte er es dann aber eilig. Schnell führte er 4:0, bevor der zweite Satz mit 6:2 eine klare Beute des Davis-Cup-Doppelspielers wurde.
Begeistert nahezu frenetisch bejubelt wurde Jan-Lennard Struff vor seiner Heimpremiere gegen den Portugiesen Pedro Sousa auf dem alt ehrwürdigen Centre Court im Kurpark empfangen. Die Zuschauer auf den dicht gefüllten Rängen verfolgten ein ausgeglichenes Spiel. Das berühmte siebte Spiel im ersten Satz brachte die Wende für Struff (ATP 35), der mit 4:3 und anschließend mit 5:3 in Führung ging. Den Satz ließ er sich mit 6:4 nicht mehr nehmen.
Sousa, die Nummer 109 der Welt, ließ aber nicht locker. Es wurde spannend, ein Spiel auf Augenhöhe. Mit 6:4 glich der Spanier noch einmal aus, so dass der "ungeliebte" Champions Tiebreak die Entscheidung bringen musste. Nachdem Kurhaus neuer Publikumsliebling beim Stande von 9:6 den ersten Matchball vergeben hatte, machte er bei eigenem Aufschlag alles klar zum 10:6-Satz und Matchgewinn.
Während der Kollege Carlos Taberner im letzten Einzel gegen Filip Horansky (Slovakei) noch um die letzten Siegpunkte kämpfte, musste Struff nach einem Kurzinterview direkt nach Spielende noch haufenweise Autogramme geben oder für Selfies zur Verfügung stehen. Er war in Aachen angekommen. Den Jubel beim Matchgewinn von Taberner vernahm er nur akustisch. Der vierte Punkt für Kurhaus konnte im Spielberichtsbogen vermerkt werden. Taberner, der bei seinem Debut für Kurhaus im letzten Spiel in Weinheim in zwei Sätzen noch verloren hatte, überzeugte dieses Mal mit einem deutlichen 6:4, 6:2.
Beim Stande von 4:0 brauchten die Gäste aus Düsseldorf nicht lange rätseln, wer im Doppel bei Kurhaus antreten wird. Oder doch? Nach dem Spiel in Weinheim, als das Daviscup Doppel Struff/Pütz getrennt wurde, durfte auch dieses Mal gerätselt werden. Werden die beiden gemeinsam erstmals in Aachen wieder Daviscup-Atmosphäre aufkommen lassen. Es kam anders als viele es erwartet hatten. Es waren die, die auf jeden Fall das Davis Cup Doppel gemeinsam bewundern wollten. 2017 hatten Struff/Pütz ihr Debut im Davis Cup gegeben, als sie gegen Portugal den für Deutschland wichtigen Punkt zum Verbleib in der Weltliga sicherstellten. Auch ein Jahr später waren sie gemeinam gegen Australien und Spanien erfolgreich.
Doch auch beim Auftritt in Aachen war alles wieder anders, genauso wie in Weinheim. Struff sollte an der Seite von Niels Langer spielen, Tim Pütz gemeinsam mit Carlos Taberner aufschlagen. Und beide Doppel bewiesen, dass sie auch mit dieser Variante erfolgreich sind. Struff/Langer besiegten in zwei Sätzen Horansky/Rosol und Taberner/Pütz machten es in drei Sätzen (12:10) ein wenig spannender. Somit stand es abschließend 6:0 für den Gastgeber, der Düsseldorf in der Tabelle überholte.
Blau-Weiss Aachen - Rot-Weiss Köln 2:4
Der Auftakt in der ersten Einzelrunde war wieder ernüchternd für den Gastgeber. Adam Pavlasek (gegen Yannick Mertens) und Gregoire Barrere (gegen Thiemo de Bakker) brachten ihr Team in jeweils Zweisatzsiegen in Führung. Gespannt erwarteten die gut 200 Fans auf der Anlage in der zweiten Einzelrunde dann das Aufeinandertreffen von Tallon de Griekspoor und dem französischen Spitzenspieler Benoit Paire (ATP 28). Der junge Niederländer, der von Halle zu Blau-Weiss nach Aachen gewechselt ist, hatte zuletzt in seinen Auftritten den gegnerischen Spitzenspielern immer erheblichen Widerstand geboten. Gegen den starken Top 50 Spieler Dusan Lajovic (ATP 36) aus Serbien, musste er sich im Spiel gegen GW Mannheim erst zu mitternächtlichen Stunde in der Halle im Champions Tiebreak mit 8:10 geschlagen geben. Genauso eng war die Partie in Mönchengladbach, als der Niederländer wiederum im dritten Satz dem deutschen Spitzenspieler Philipp Kohlschreiber mit 9:11 unterlegen war.
Gegen Köln hatte er es wieder mit einem Hochkaräter zu tun. Benoit Paire gehört als Nummer 28 der ATP-Rangliste zu Creme de la Creme im Welttennis. Der Auftakt stand zur Überraschung der Kölner ganz im Zeichen des jungen Niederländers. Er lag nach 4:2 mit 5:3 in Führung, als der Franzose zwischenzeitlich zum 5:5 ausglich. Dann war Griekspoor wieder an der Reihe: 6:5, aber Aufschlag Paire. Das irritierte Aachens Nummer eins nur wenig - zunächst führte er 40:0, bevor sein Gegenüber wieder Nerven bewies: Einstand. Mehrere Mal, dann Vorteil jeweils für beide und dann doch noch die Überraschung 7:5 für Aachens Griekspoor.
Im zweiten Satz begann er wie er im ersten aufgehört hatte: erfolgreich 1:0. Paire ließ aber nicht locker, gewann sein Aufschlagspiel zum 1:1, bevor Tallon Griekspoor nach einem hartumkämpften Spiel wieder an der Reihe war: 2:1. Danach dominierten klar die Farben blau-weiss vor rot-weiss. Griekspoor erwies sich einmal mehr als Favoritenschreck. Schnell ging er 4:1 in Führung. Was folgte war eine klare Angelegenheit des Außenseiters, der längst keiner mehr war. 5:2 stand es für Aachen, als der Kölner mit seinem zweiten Doppelfehler in diesem Spiel das Match beendete. 6:2 Aachen.
Im parallel stattfindenden Einzel schien alles auf einen dritten Satz zwischen Santiago Giraldo und Zizou Bergs hinauslaufen. Kölns Kolumbianer hatte den ersten Satz mit 6:2 gewonnen, bevor es im zweiten dagegen lange hin und herging - Bergs führten noch 6:5, bevor der Kölner im Tie-Break den dritten Punkt für sein Team unter Dach und Fach brachte.
1:3 stand es somit aus Sicht des Gastgebers vor den entscheidenden Doppelspielen, in denen auch der French Open Sieger Andy Mies für die Gäste zum Einsatz kommen sollte. So kam es auch. Mit Adam Pavlasek wurde der vierte alles entscheidende Punkt anvisiert. Gegner waren Niels Desein und Germaine Gigounon, die keine Einzel bestritten und entsprechend ausgeruht waren. Es half nichts. Die Kölner stellten schnell mit 6:3, 6:3 den vierten und entscheidenden Zähler sicher.
Die beiden neuen Niederländer der Aachener, Tallon Griekspoor/Thiemo de Bakker sorgten abschließend noch für einen blau-weisen Punkt. 6:4, 7:6 besiegten sie Wesley Koolhof und Gregoire Barrere. Endstand 4:2 für Köln.
Stimmen zum Spiel
Alexander Legsding (Teammanager Kurhaus Aachen): "Es war ein super Atmosphäre. 1200 Zuschauer trotz CHIO und dem anderen Bundesligaspiel zwischen Blau-Weiss Aachen und RW Köln waren hier. Wir können mit allem zufrieden sein. Gefreut habe ich mich über den Sieg von Darcis, der Rosol, der weit über ihm in der Weltrangliste steht, stark aufgespielt und gewonnen hat. Taberer wollte nach seiner Niederlage in Weinheim unbedingt gewinnen, was ihm dann auch klar gelungen ist. Mit Struff waren wird natürlich zufrieden."
Jan-Lennard Struff. "Wir sind natürlich alle sehr happy über das Ergebnis. Mit meiner Leistung war ich auch zufrieden. Angespornt haben mich auch die Zuschauer. Es war eine ganz tolle Atmosphäre, ein voller Center Court und gewinnen, was will man mehr als Spieler. Ich fühl mich hier richtig wohl."
Marc Zander (Teamchef BW Aachen): "Ein 3:3 war mal wieder drin. Aber bisher läuft wohl alles etwas gegen uns. Man merkte, dass die Kölner mit der starken Besetzung hier unbedingt gewinnen wollten. Riesig war natürlich der Sieg an Nummer 1 von Tallon Griekspoor gegen Kölns Spitzenmann Benoit Paire. In den nächsten Spielen müssen wir unbedingt punkten, sonst wird es ganz schwer."
Sussan Karimi (Teamchefin RW Köln): "Der Punkt war Pflicht, deshalb sind wir zufrieden. Ich war froh, dass Benoit Paire direkt nach seinem Urlaub vor seinem Auftritt morgen in Hamburg sich zur Verfügung gestellt hat. Seine Niederlage fiel nicht so ins Gewicht. Wichtig war, dass alle anderen aufrücken konnten. Eine Schrecksekunde hatte ich bei Giraldo, der in seinem Spiel gegen Bergs wieder umgeknickt war. Das passierte ihm ja schon in Wimbledon. Hoffentlich ist es nichts schlimmeres. Den zweiten Satz konnte er nur unter Schmerzen zu Ende spielen." (Michael Thoma)
Alle Ergebnisse und die Tabelle gibt es hier.
Die nächsten Spiele:
Freitag 26. Juli (13 Uhr)
BW Aachen - Team Hämmerling TuS Sennelager
Großhesselohe - Kurhaus Aachen
Sa. 27. Juli (12 Uhr)
Gladbacher HTC - RW Köln
So. 28. Juli (11 Uhr)
Rochusclub Düsseldorf - BW Aachen
RW Köln - GW Mannheim
Kurhaus Aachen - Gladbacher HTC