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Leistungssport

Herren-Bundesliga: RW Köln punkteten gegen Deutschen Meister

Adam Pavlasek von RW Köln (Foto: Benedikt Ernst)

Die Bundesliga kommt allmählich in ihre entscheidende Phase. Am sechsten Spieltag wahrte Kurhaus Aachen mit einem 4:2-Sieg über Gladbach die Chance um den Titel mitzuspielen. Rot-Weiss Köln sicherte sich gegen den Deutschen Meister aus Mannheim einen wichtigen Punkt. Mit dem Abstieg muss sich dagegen das Schlusslicht der Tabelle, Blau-Weiss Aachen, vertraut machen. Kurhaus Aachen belegt Platz drei, die Kölner sind achter.

Gladbacher HTC - Rot-Weiss Köln 4:2

Keine Zeit zum verschnaufen. Die Cracks von Rot-Weiss Köln mussten am Wochenende gleich mal ran. Zunächst gings am Samstag zum Gladbacher HTC, wo sich das Team eine 2:4-Niederlage abholte. Im Einzel gewann lediglich Kimmer Coppejans sein Match an Position eins. Der Belgier war im Doppel an der Seite von Yannick Born auch am zweiten Punkt für Köln beteiligt.

Zuschauer: 1200

Rot-Weiss Köln - Grün-Weiss Mannheim 3:3

Einen Tag später: In den Auftakt-Einzel war es nicht der Paradiesvogel Dustin Brown, der die Zuschauer wie ansonsten so häufig begeisterte. Der Deutsch-Jamaikaner verlor sein Match gegen Tobias Kamke in zwei Sätzen. Wie sich nachträglich herausstellte war er verletzt. "Er hat nach seiner Verletzung wohl wieder zu früh angefangen", merkte Sussan Karimi an. "Aber er wollte eben spielen." Jetzt fällt er wohl einige Wochen aus.

Parallel dazu spielte sich auf dem Nachbarplatz ein wahrer Krimi ab. Hazem Naw, der erst vor drei Jahren aus Syrien nach Köln gekommen ist, gewann gegen Andreas Beck zunächst den ersten Satz mit 6:2. Dann drehte der frühere Daviscup-Spieler mächtig auf. Sein 6:2-Sieg machte den Champions Tiebreak erforderlich. In dieser entscheidenden Phase zeigte der 19-jährige Syrier aus Aleppo, im Club von allen nur Hans genannt, wahre Nervenstärke. Beim Stande von 10:9 vergab er den ersten Matchball, dann ging es lange hin und her. Beide hatten weitere Matchbälle. Beim Stande von 15:14 wollte es der kölsche "Hans" wissen. Es war sein fünfter Matchball, der alles klar machte. Der Jubel war riesig für den sympathischen Syrier, der noch keine große Bundesliga-Geschichte vorwiesen kann. Jetzt ist der TVM-Verbandsmeister in der Bundesliga angekommen.

Die Begeisterung übertrug sich anschließend wohl auf Kim Coppejans und Jan Choinski, die beide in jeweils Zweisatzsiegen das Ergebnis zur Einzel-Halbzeit auf 3:1 erhöhten. Ganz stark Kimmer Copperjans, der von Teamchefin Sussan Karimi zum Spieler des Wochenendes erklärt wurde. Bei dem Spielstand von 3:1 dachte so manch ein Kölner insgeheim: ein Sieg ist doch möglich. Sie mussten sich in der Endabrechnung mit einem Remis begnügen. Der Gast aus Mannheim überzeugte mit jeweils klaren Zweisatzsiegen zum Endstand von 3:3.

Zuschauer: 1500

Stimmen zum Spiel: Sussan Karimi, Tennis Chefin: "Der Punkt gegen den Deutschen Meister war mehr als wir erhofft hatten. Deshalb sind wir zufrieden.Traurig sind wir über die Verletzung von Dustin Brown, der jetzt wohl länger ausfallen wird."

Rochusclub Düsseldorf - Blau-Weiss Aachen 6:0

Die Einzel standen klar im Zeichen der Gastgeber. Lediglich in der ersten Einzelrunde konnte an Position drei, der Belgier Niels Desein die Begegnung gegen den Euregio Nachbarn aus den Niederlanden, Malwe Middelkoop, offen gestalten. Aachens Belgier gewann den ersten Satz, verlor anschließend im Tiebreak, bevor im dritten Satz der Champions Tiebreak mit 10:5 für den Niederländer in Diensten der Düsseldorfer die Partie entschied. Die anderen Einzel gingen jeweils in zwei Sätzen an die Gastgeber. Im Spitzenspiel verlor Thiemo de Bakker gegen den Argentinier Marco Trungelliti in zwei Sätzen. Die beiden Zweisatz-Niederlagen von Thiemo de Bakker/Niels Desein und Yannik Reuter /Clement Geens besiegelten letztendlich die klare 0:6-Niederlage der Aachener. Der Abstieg aus dem Oberhaus rückt näher. Der Klassenerhalt dürfte auch für die größten Optimisten bei drei noch ausstehenden Spielen kaum mehr möglich sein.

Zuschauer: 2500

Stimmen zum Spiel: Thilo Fritschi (Trainer): "Der Sieg war klar verdient, obwohl einige Matche wieder eng waren. Wir wollen in den noch ausstehenden Spielen trotz allem mit der stärksten Mannschaft antreten. Das sind wir der Liga und den anderen Teams schuldig. Es ist ein steiniger Weg, die Klasse doch noch zu halten."

Kurhaus Aachen - Gladbacher HTC 4:2

In Aachen ging der Blick am Vormittag immer wieder zum Himmel oder auf die Wetter Apps. Wann hört der Regen endlich auf, fragte sich so manch ein Kurhaus-Verantwortlicher. Es war duster und es regnerte Bindfäden, den ganzen Vormittag. Aber so kurz nach Mittag entspannte sich alles ein wenig. Geduld war eine wichtige Tugend. Die beiden ersten Einzel mussten trotzdem in der Halle gespielt werden.

Mit dem Teppichboden kam zunächst Nils Langer gar nicht klar. Nach anfänglichen Problemen - er lag 1:4 zurück, wurde er immer besser. Das Ergebnis der Aufholjagd: 7:6. Ausgeglichen war auch der zweite Satz. Den wollte der Kurhaus-Mann mit aller Macht auch gewinnen. Es klappte. Der erste Punkt war sicher. Parallel dazu wollte Fillipo Baldi seinem Kollegen in nichts nachstehen. Er entwickelte echte Kämpferqualitäten. Nach Satzverlust (4:6) gewann er anschließend mit 6:3 und 11:9 den zweiten Punkt für Kurhaus.

Dann gings auf Asche weiter. Eine Niederlage leistete sich Doppelspezialist Tim Pütz. Gegen den starken Spanier Daniel Gimeno-Taver verlor er in zwei Sätzen. Der Dreisatzsieg von Pablo Cuevas, der direkt aus Hamburg angereist war, erhöhte die Chance auf den Gesamtsieg. Es war Teamwork. Clubpräsident Markus Winkler holte den Mann aus Uruguay am Flughafen in Frankfurt ab. Es hat gereicht: zehn nach zehn erreichten beide die Anlage im Kurpark.

Beim Stand von 3:1 war dafür nur noch ein Punkt nötig. Jetzt kam es wieder auf die Doppelaufstellung an. Wer schafft den vierten Siegpunkt: an Nr. 2 Langer/Baldi oder im ersten Doppel, Cuevas/Pütz? Es waren Cuevas/Pütz, die kurz vor Einbruch der Dunkelheit pünktlich zur Tagesschau mit 6:4, 6:2 den Sieg für Kurhaus sicherstellten. Die Niederlage des anderen Doppels fiel nicht mehr ins Gewicht.

Zuschauer: 380

Stimmen zum Spiel: Alexander Legsding Teammanager: "Es war sehr dramatisch, da wir wieder nur vier Spieler zur Verfügung hatten. Das ganze hin und her von der Halle zurück auf die Asche war nicht einfach. Deshalb sind wir super zufrieden mit dem Sieg." (Michael Thoma)

Die nächsten Termine

4. August, 11 Uhr

Grün-Weiss Mannheim - Kurhaus Aachen

Blau-Weis Aachen - Blau-Weiss Krefeld

Rot-Weiss Köln - TC Weinheim