Herren-Bundesliga: TVM-Trio ohne Sieg am zweiten Spieltag
Am zweiten Spieltag der Herren Bundesliga hat der TK Kurhaus Aachen sein erstes Spiel verloren. Bei Blau-Weiss Krefeld verlor der bisherige Tabellenführer mit 1:5. Zum Einsatz kam erstmalig Jan-Lennard Struff, der sein Einzel verlor. Rot-Weiss Köln erkämpfte sich, verletzungsbedingt nicht in bester Besetzung beim Aufsteiger In Großhesselohe ein 3:3-Unentschieden. Blau-Weiss Aachen verlangte in einem Marathon-Match dem Deutschen Meister GW Mannheim alles ab. Die Begegnung war durch ein lange Regenpause gut drei Stunden unterbrochen. Zum Schluss setzte sich der Favorit kurz vor Mitternacht mit 4:2 durch.
Blau-Weiss Krefeld - TK Kurhaus Aachen 5:1
Es stand lange fest, dass Kurhaus Topspieler Roberto Bautista-Agut gegen Blau-Weiss Krefeld nicht dabei sein würde. Die Kurhaus-Planer um Alexander Legsding hatten damals aber nicht damit spekuliert, dass ihr Spanier in Wimbledon im Halbfinale zeitgleich zur Bundesliga-Begegnung in Krefeld gegen Novak Djokovic um die Teilnahme am Finale kämpfen würde. Es war ein ganz anderer Grund, der einen möglichen Einsatz in der Bundesliga unmöglich gemacht hätte. Für diesen Tag hatte der 31-jährige Spanier seinen Junggesellenabschied geplant. Auf Ibiza sollte ein großes Fest steigen. Nach dem 7:5, 6:4, 3:6, 6:3-Viertelfinalsieg in Wimbledon über den Argentinier Pella mussten alle Pläne über den Haufen geworfen werden. Die Fete wurde kurzfristig abgesagt und nach London verlegt. Die gesamte Festgesellschaft (bis auf die im Einsatz befindlichen Bundesligaspieler) wurde flugs nach London eingeladen. Gründe zum Feiern gabs auch dort, trotz der Niederlage.
Keinen Grund zum feiern hatten Baustista-Aguts Kollegen vom TK Kurhaus. Sie lagen in Krefeld bereits nach den Einzel mit 0:4 im Hintertreffen. Dabei konnte die sportliche Leitung bis auf den künftigen Ehemann aus Spanien in Krefeld nahezu ihre Creme de la Creme aufbieten. An Nummer eins kam Jan-Lennard Struff zu seinem Debüt beim neuen Club. Der Warsteiner, der in Wimbledon vor einer Woche als letzter deutscher Spieler ausgeschieden ist, traf in Runde zwei auf den Chilenen mit italienischen Würzeln, Christian Garin, der ja im Vorjahr noch für Kurhaus spielte. Zu diesem Zeitpunkt führten die Gastgeber bereits mit 2:0.
Bevor Struff zu seiner Kurhaus-Premiere aufschlug, hatte im zweiten Spitzenspiel Pablo Cuevas zuvor gegen den Italiener Marco Ceccinato in drei Sätzen das Nachsehen. Die Nummer 41 der Welt setzte sich im Champions-Tiebreak über die Nummer 59 aus Uruguay mit 10:6 durch. Geschlagen geben musste sich in Runde eins auch Cedrik-Marcel Stebe, der nach seiner langen Verletzungspause erstmals wieder Bundesligaluft schnupperte. 2:6, 2:6 hieß es zum Schluss für Krefelds Argentinier Andrea Collarini.
Mit einem 0:2-Rückstand ging es somit in die zweite Runde, in der Struff und Steve Darcis einen größeren Rückstand verhindern sollten. Bei diesem Vorhaben spielte wie bei der Niederlage von Cuevas der Champions Tiebreak wieder die entscheidende Rolle. Beide Begegnungen spielten sich auf Augenhöhe ab. Drei Sätze lang ging es hin und her, bevor das Zünglein an der Waage im Champions-Tiebreak beide Male wieder für die Gastgeber ausschlug. Darcis verlor gegen den Italiener Stefano Travaglia mit 7:6, 6:3, 10:12. Kurhaus neuer Davis Cupspieler Jan Lennard Struff hatte mit 5:7, 6:4, 7:10 das Nachsehen.
In den Doppelspielen gelang Kurhaus mit dem Sieg des Daviscup Doppels Struff/Pütz (6:3, 6:3) noch eine Ergebniskorrektur. Durch die Niederlage im anderen Doppel (Stebe/Langer) blieb der Sieg mit 5:1 beim Gastgeber in Krefeld. Während Kurhaus in Krefeld seine erste Niederlage abholte, verlor auch Roberto Bautista-Agut im Wimbledon nach harter Gegenwehr gegen Novak Djokovic mit 2:6, 6:4, 3:6, 3:6.
Stimmen zum Spiel:
Dominik Meffert (Trainer) Es ist immer unglücklich, wenn man drei Mal im Champions Tiebreak das Nachsehen hat. Krefeld hat sicher verdient gewonnen, einen Punkt hatten wir aber auch verdient. Es ist so ein bisschen gegen uns gelaufen. Wir werden deshalb aber nicht den Kopf in den Sand stecken."
Alexander Legsding (Teammanager): "Das war so ein Spiel, das mit Pleiten, Pech und Pannen umschrieben werden kann. Positiv für uns alle war aber die Tatsache, dass unsere Spieler keinen Ball aufgegeben haben."
Der TK Kurhaus Aachen trifft am Sonntag (14. Juli - 11 Uhr) in einem weiteren Auswärtsspiel auf den TC Weinheim. Dabei sein wird dann auch wieder Jan-lennard Struff.
Blau-Weiss Aachen - Grün-Weiss Mannheim 2:4
Die Wettervorhersage war schon vor dem ersten Aufschlag das bestimmende Thema bei den Verantwortlichen von Blau-Weiss Aachen. Regen, Gewitter und Sturmboen waren für den Nachmittag angekündigt. Das versprach nichts Gutes. Dabei sah es vormitttags noch recht freundlich aus. Zwei Einzel konnnten ab 13 Uhr dann noch gespielt werden, bevor für gut drei Stunden erst einmal Schluss war. Gegen den Deutschen Meister aus Mannheim wollte Blau-Weiss in den Spitzenspielen mit den beiden Neuen von Blau-Weiss Halle, Tallon Griekspoor und Thiemo de Bakker, aufschlagen. Für die beiden Niederländer ein schwieriges Unterfangen. De Bakker verlor zunächst sein Debüt gegen den Spanier Pedro Martinez Portero mit 3:6, 2:6.
Knapp unterlegen war im zweiten Einzel der ersten Runde Germaine Gigounon. Der Belgier verlor im Champions-Tiebreak gegen Andreas Beck mit 10:12. Nach den beiden Einzeln war in Aachen zunächst einmal Land unter. Es goss in Strömen. Ein Sommer-Gewitter machte ein Weiterspielen zunächst unmöglich gut drei Stunden ging nichts mehr. Erst gegen 18.30 Uhr konnte mit der zweiten Einzelrunde weitergespielt werden.
Alle Hoffnungen ruhten nun unter anderem auf Zizou Bergs, der seine Knöchelverletzung vom Auftaktspiel in Weinheim auskuriert hatte und wieder fit war .Das bewies er nach der Regenpause mit einem 6:4, 6:3-Sieg über Jeremay Jahn. Im Spitzenspiel der beiden Einser, Tallon Griekspoor und Dusan Lajovic (ATP 31), entschied der Serbe nach der langen Wartepause den ersten Satz zunächst mit mit 6:4 zu seinen Gunsten. Aachens neuer Niederländer gelang mit einer starken Leistung anschließend mit 7:5 noch einmal der Ausgleich. Spannend wurde es im dritten Satz, den der Serbe mit 12:10 zu seinen Gunsten entschied.
Es hatte inzwischen nicht mehr geregnet, aber es wurdei immer dunkler. Da abzusehen war, dass die Doppel im Freien nicht mehr zu Ende gespielt werden können, entschied man, die Doppel in der Halle in niederländischen Vaals, direkt hinter der Grenze gelegen, auszutragen. Es war inzwischen 21 Uhr. Vor dem Umzug in die Halle war ein Unentschieden somit für den Außenseiter auf jeden Fall noch möglich. Die beiden Neuen, Griekspoor/de Bakker sowie Ander/Vliegen sollten zu fast mitternächtlichen Stunde dafür den Grundstein legen. Ein Sieg, der von Griekspoor/de Bakker im ersten Doppel war dann einer zu wenig für das anvisierte Remis. Endstand 4:2 für den Favoriten aus Mannheim. Beim letzen Matchball war es 23.30 Uhr.
Stimmen zum Spiel:
Marc Zander (Team-Chef) "Heute hätten wir auf jeden Fall einen Punkt verdient gehabt. Drei Mal haben wir ganz knapp im dritten Satz verloren. Der Mannschaft ist kein Vorwurf zu machen. Es war für alle ein wahnsinnig harter Tag. Schade, dass wir wie in Weinheim nicht die nötigen Punkte für ein verdientes Unentschieden machen konnten."
Nächster Gegner von Nachrücker Blau-Weiss Aachen ist am Sonntag (14. Juli - 11 Uhr) der Gladbacher HTC. Gespielt wird auf der Anlage in Mönchengladbach Holt.
TC Großhesselohe - Rot-Weiss Köln 3:3
Die lange Reise in den Süden sollte sich lohnen. Der erste Sieg sollte her, obwohl die Voraussetzungen vor dem Spiel beim Aufsteiger gar nicht günstig waren. Verletzungsbedingt konnte Team-Chefin von Sussan Karimi nicht auf ihre besten zurückgreifen. Aber es ging recht erfolgversprechend los. 2:0 stand es vor der zweiten Runde. Adam Pavlasek holte an Position vier in zwei Sätzen gegen den Spanier Davidovic den ersten Punkt. Ausgeglichener und entsprechend enger war die Partie an Nummer zwei zwischen Kölns Kolumbianer Santiago Giraldo und Matthias Bachinger. Der Neu-Münchener, der viele Jahre eine Stütze von Kurhaus Aachen in der Bundesliga war, verlor sein Match mit 3:10 im dritten Satz. Aufatmen bem Kölner Fan Anhang. Der zweite Punkt für Köln war unter Dach und Fach.
Anschließend begann für die Kölner die Zitterphase. Die Spiele wurden immer enger. Beide Matches, das von Kimmer Coppejans und das von Jan Choinski, gingen jeweils im Champions Tiebreak verloren. Coppejans unterlag im Spitzenspiel dem Österreicher Dennis Novak mit 5:7, 6:2, 4:10. Choinski wehrte sich bis zum bitteren Ende mit aller Macht gegen Peter Gojowczyk, der im dritten Satz mit 12:10 das glücklichere Matchball-Händchen auf seiner Seite hatte.
Im Doppel sollten dann Santiago Giraldo an der Seite von Jan Choinski sowie Adam Pavlasek mit dem French-Opensieger Andy Mies die Wende zur weiteren Punktausbeute bringen. Es blieb dann aber nur bei einem weiteren Punkt. Den sicherten sich im zweite Doppel Pavlasek/Mies in zwei Sätzen. Giraldo/Choinskli verloren ihr Match in zwei Sätzen. Endstand 3:3. Köln wartet somit weiter auf den ersten Sieg.
Stimmen zum Spiel:
Sussan Karimi (Teamchefin): "Als wir in Köln losfuhren, hatten wir mit einem 0:6 gerechnet. Durch die vielen Verletzungen war einfach nicht mehr drin. Besonders schmerzt die Verletzung von Oscar Otte, der möglicherweise gar nicht mehr in der Bundesliga eingesetzt werden kann. Da müssen wir abwarten. Begeistert war ich in München von der Moral unserer Truppe. Die stimmt zuversichtlich. Adam Pavlasek war für mich der Mann des Tages."
Am Sonntag (14. Juli - 11 Uhr) empfängt Rot-Weiss Köln im ersten Heimspiel der Saison Blau-Weiss Krefeld.auf der Anlage in Köln Müngersdorf. (Michael Thoma)
Alle Ergebnissen vom zweiten Bundesliga-Spieltag gibt es hier