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Breitensport, Organisation und Termine, Ehrenamt

Interview mit Sportwart Dirk Kranich

Dirk Kranich (56) ist seit mittlerweile acht Jahren als Sportwart im Tennis-Bezirk Rechtsrheinisch im Einsatz. Er hat den Posten damals von Bernd Heinemann übernommen. Sein Heimatverein ist der TC BW Menden, wo er sich seit vielen Jahren ebenfalls in vielen verschiedenen Posten ehrenamtlich engagiert. Dirk Kranich ist verheiratet mit Tanja und wohnt in Sankt Augustin. Das Paar hat zwei Töchter. Beruflich arbeitet Dirk Kranich als Polizist.

Frage: Herr Kranich, einer ihrer Schwerpunkte ist die Organisation des Spielbetriebs im Bezirk Rechtsrheinisch. Wie viele Mannschaften werden in der bevorstehenden Sommersaison an den Start gehen und wie viele Spieler werden dann in der Bezirks- und Kreisliga an den Start gehen?

Für diesen Sommer sind 528 Mannschaften im Erwachsenenbereich gemeldet. Die Anzahl der Spieler kann ich nicht sagen, da die Aufstellungen noch nicht veröffentlicht sind.

Wie ist die Entwicklung gegenüber dem Vorjahr? Sind es mehr oder weniger Teams?

Im letzten Jahr waren es noch 596 Mannschaften. Diese Schwankung ist noch normal und lässt keinen Trend abzeichnen.

Was gibt es für die Sommersaison für Neuerung im Ligasystem? Den Bezirk betreffen und auch aus Sicht des Verbandes?

Die Neuerungen sind mit Schwerpunkt die Angleichung der Wettspielordnung der Tennisverbände in NRW. Die Vereinheitlichung schafft die Möglichkeit einen verbandsübergreifenden Einsatz zu ermöglichen.

Wie hat sich der Winterspielbetrieb in den vergangenen Jahren entwickelt? Wie viele Mannschaften und Spieler sind hier im Einsatz?

In diesem Jahr waren es 199 Mannschaften in der Winterrunde. Im letzten Jahr waren es noch 209. Also auch hier ein kleiner Rückgang.

Welche Aufgaben hat man als Sportwart außerdem noch im Bezirk?

Die Aufgabe des Wettspieleiters ist die Organisation des Wettspielbetriebes, die Einteilung der Gruppen, Genehmigungen von Anträgen und Entscheidungen bei Regelverstößen. Daneben werden die Bezirksmeisterschaft und die Pokalendspiele organisiert. Hier wird aber die meiste Arbeit im Verband gemacht, wo ich die liebe Helga Pelzer als zuständige Sachbearbeiterin für den Bezirk rechtsrheinisch besonders hervorheben und danken möchte. Sie steht immer mit Rat und Tat zur Seite und hilft einem immer weiter.

In regelmäßigen Sportausschußsitzungen werden aktuelle Themen im Verband besprochen und unter anderem Änderungen der Wettspielordnung beschlossen. Hier nehme ich direkt Einfluss auf die grundsätzliche Fragen und kann somit alle Themen im Verband platzieren. Ich nehme immer gerne Anregungen aus den Vereinen auf und Versuche sie im Verband durchzusetzen. Ich bin der Interessenvertreter der Vereine aus dem Bezirk. Ich möchte alle gerne Ermutigen, sich mit Themen an mich zu wenden. Ich bekomme während meiner Medenspiele immer wieder mit, dass viel geschimpft wird, aber wenig, dass aktiv versucht wird eine Änderung herbeizuführen.

Sie spielen ja selbst Tennis. Wann haben sie begonnen und spielen sie nach wie vor in ihrem Heimatverein?

In der Jugend habe ich in meiner Heimat Recklinghausen Tennis erlernt und nach Umwegen über andere Sportarten wieder zurück zum Tennis gefunden. Nach vielen beruflich bedingten Umzügen bin ich 1997 in Sankt Augustin heimisch geworden und seitdem „meinem“ Club TC BW Menden treu.

Die Tennis-Bezirksmeisterschaften der Erwachsenen stehen derzeit auf der Kippe, weil sich kein Verein für die Organisation findet. Woran liegt das und gibt es neue Entwicklungen?

Leider war die Resonanz meiner Aufforderung zur Durchführung der Bezirksmeisterschaft sehr ernüchternd. Die Ursache ist vielschichtig. Es ist in der Gesellschaft die Bereitschaft für ehrenamtliche Tätigkeiten geringer geworden und Vereine sind selbst damit belastet ihren eigenen Betrieb sicherzustellen. Auch hat sich die Turnierlandschaft verändert. Vereine und Privatpersonen richten ihr Turnier nach monetärem Gewinn aus und bieten lieber Tagesturniere selber aus. Dieses Jahr wird es wohl leider keine Bezirksmeisterschaft geben, werde aber weiterhin Werbung für dieses attraktive Turnier machen, damit es hoffentlich 2027 wieder angeboten werden kann.

Das Interview führte Quentin Bröhl