Interview mit Verbandstrainer Ralph Lampe
Herr Lampe, das Sommertraining ist seit ein paar Wochen im Gange. Wie ist der Übergang gelungen?
Der Übergang zur nächsten Saison ist immer schwierig und von jedem Trainer die unbeliebteste Aufgabe, denn den folgenden Trainingsplan zu erstellen ist stets sehr schwierig, da man Tage, Zeit, Gruppen, Altersgruppen und die entsprechenden Methodikfelder und -bälle perfekt planen muss. Die Anpassung des neuen TVM-Jugendkonzeptes hat uns Trainern zusätzlich viel abverlangt. Der logistische Übergang vom TC Rot-Weiß Troisdorf zum TSC Troisdorf ist dank der Offiziellen des neuen Vereins hervorragend gelungen.
Wie viele Kinder sind derzeit im Bezirks-Training und welche Altersstrukturen sind vertreten?
Zurzeit sind 22 Kinder der Jahrgänge 2017 bis 2013 (7-11 Jahre) im Bezirkskader, wobei das Verhältnis von Jungen und Mädchen gleich ist.
Wie unterscheidet sich das Winter- vom Sommertraining. Ist die Anzahl und die Intensität gleich, oder wo liegt der Unterschied?
Im Grunde genommen unterscheidet sich das Training hier nicht. Der Winter dauert länger, so dass man mehr Inhalte unterbringen und technische Umstellungen vornehmen kann.
Was sind die Ziele in dieser Saison und eventuelle mittelfristig für die kommenden Jahre?
Das Ziel dieses Jahr ist das neue TVM-Konzept im Übergang möglichst fair für die Kinder anzupassen. Des Weiteren versuchen wir mehr Vereine persönlich zu kontaktieren und jüngste Talente zu finden, um sie und ihre Vereine in der Entwicklung zu unterstützen.
Herr Lampe, sie sind seit mittlerweile knapp sechs Jahren für das Training im Bezirk Rechtsrheinisch verantwortlich. Wie hat sich das Training in dieser Zeit verändert?
Im Training kommt es immer darauf an sich stetig über Neuerungen, Trends zu informieren und an den Spitzenspielern zu orientieren. Sich neue Methodiken ausdenken, individuelles Arbeiten und die richtige Ansprache an die verschiedenen Altersklassen ist unersetzlich. Allgemein sind es in der Vergangenheit weniger Mädchen geworden, die sich gerne leistungsorientiert entwickeln wollen. Und, die Konzentration, der Wille alle Informationen aufzusaugen und kompromisslos umzusetzen sowie das Zuhören sind rarer geworden. Die gesellschaftlichen Hintergründe sind evident. Trotzdem ist es ein Geschenk diesen Job machen zu dürfen. Ich hoffe man merkt mir das an.
Sie sind ihr gesamtes Leben mit dem Tennis eng verbunden. Was war ein Highlight in ihrer eigenen Karriere?
Es gibt einige Erinnerungen, die ich als Highlight bezeichnen kann. Einmal 1. Bundesliga gespielt zu haben und Spieler aus den Top 150 der ATP-Weltrangliste geschlagen zu haben sind die sportlich gesehen beste Leistung. In der Jugend definitiv die Teilnahme an den Internationalen Meisterschaften von Italien in Mailand in der Altersklasse U18 mit Stefan Edberg und Emilio Sanchez. Bei den internationalen Deutschen Meisterschaften in der Altersklasse U18 stand ich im Einzel im Viertelfinale und wurde im Doppel Vizemeister. Da war ich nahe dran am Profitennis. Und da war noch Boris Becker als 14-Jähriger, leider habe ich gegen ihn im Doppel im dritten Satz verloren.
Das Gespräch führte Quentin Bröhl
ZUR PERSON:
Ralph Lampe (60) ist in Bensberg geboren und in Forsbach aufgewachsen. Mit acht Jahren begann er das Tennisspielen bei TV Forsbach. Weitere Stationen waren GG Bensberg, RW Köln, BW Köln und BW Krefeld, wo er sogar einen Einsatz in der 1. Bundesliga hatte.
Schon früh schlug er 1983 die Trainer-Laufbahn ein und absolvierte 1989 den A-Trainer-Schein in Hannover als jüngster A-Trainer. Er trainierte in zahlreichen Vereinen und arbeitete ab 1997 hauptamtlich als Cheftrainer drei Jahre lang bei BW Köln und danach 19 Jahre als Leistungstrainer beim RTHC Bayer Leverkusen, bevor er zum TVM wechselte. Von 1999 bis 2022 war er Trainer und Kapitän der TVM-Teams für die Großen Poensgen- und Meden-Spiele.
Lampe feierte als Spieler und Trainer unzählige Erfolge. Vom mehrfachen Verbandsmeister bei der Jugend, Herren und im Doppel, einem Deutschen Meistertitel im Mixed 40 und zwei DM-Titel bei den Herren 35 bis zum Bundesliga-Spieler. Als Trainer führte er die Damen von BW Köln und die Herren von BW Krefeld in die 1. Liga.
Ralph Lampe wohnt in Bergisch Gladbach-Moitzfeld ist verheiratet und hat zwei Töchter, Leonie (26) und Sina (29). Er hat an der Sporthochschule Köln den Abschluss als Diplomsportlehrer absolviert und an der Fernuni Hagen Sportökonomie studiert. Ehrenamtlich engagiert er sich als TVM-Referent seit 1999 für Damentennis und seit 2023 zusätzlich für Jüngstentennis.