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Organisation und Termine, Ehrenamt

Neue Bezirksvorsitzende Kerstin Brezina-Schmitz im Gespräch

Kerstin Brezina-Schmitz ist Personalleiterin in einem großen Bonner Unternehmen, 49 Jahre alt, verheiratet und Mutter von drei Kindern. Zudem ist sie seit März 2026 die neue Vorsitzende des TVM-Bezirks Köln-Leverkusen. „Ich jongliere täglich zwischen Personalstrategien, Kinderzimmern und Tennisplätzen“, erklärt die passionierte Tennisspielerin lachend in unserem Interview. Wir sprachen mit der gebürtigen Dellbrückerin über ihre Biografie und ihren neuen Aufgabenbereich.

Du bist angesichts deiner vielen Tätigkeiten ein sehr aktiver Mensch. Wie würdest du dich sonst noch beschreiben?

Ich liebe es, zu organisieren. Ich glaube, das ist eine der größten Stärken, die ich mitbringe. Ebenso bin ich gut darin, Menschen zusammenzubringen. Und ich bin ein absoluter Familienmensch. Mein jüngstes Kind ist noch auf der Grundschule – die Zeit für Hobbies ist daher recht knapp bemessen. Ich bin ein Mensch, der gerne voll im Leben steht. Daher habe ich den Vorsitz für den Bezirk Köln-Leverkusen gerne übernommen und freue mich sehr auf die Aufgabe. Ich bin einfach gerne ausgelastet und ein umtriebiger Mensch.

Kerstin Brezina Schmitz

Wie bist du zum Tennissport gekommen?

Ich bin ganz klassisch zum Tennis gekommen – wie viele meiner Generation, die in den achtziger und neunziger Jahren groß geworden sind: Als ich neun Jahre alt war, wollte ich gerne Tennis spielen – in dieser Zeit waren Boris Becker und Steffi Graf ganz groß. Ich saß mit meinem Vater vor dem Fernseher und war begeistert. Ich habe zunächst in Holweide angefangen, und bin später als junge Erwachsene zu Rot-Weiß Troisdorf gewechselt, einem sehr ambitionierten Verein. Dort habe ich in der ersten Verbandsliga gespielt und bin anschließend zum RTHC Leverkusen gegangen.

Auch da wurde auf hohem Niveau sehr gutes Tennis gespielt. Schließlich, angesichts von drei Kindern, habe ich mich dem KKHT Schwarz-Weiß Köln angeschlossen, wo ich bis heute Mitglied bin. Aktuell nehme ich eine Pause vom aktiven Tennisspiel. Meine Kinder sind zwischen neun und 14 Jahren alt, zudem bin ich beruflich sehr eingespannt – da bleibt nicht viel Zeit. Dennoch bin ich beim KKHT weiter aktiv, unter anderem als Ansprechpartnerin zum Thema Gewaltprävention.

Wie kam es, dass du nun das Amt unserer Bezirksvorsitzenden übernommen hast?

Mit unserem Bezirksjugendwart Marcel Bergers, den ich aus Holweide kenne, habe ich seit Jahren Kontakt. Durch meine Kinder haben wir uns bei den Jugend-Bezirksmeisterschaften immer wieder gesehen. Marcel weiß auch, dass ich sowohl den Tennissport wie auch das Organisieren und Netzwerken liebe und hat mich spontan darauf angesprochen. Ich musste nicht lange überlegen – auch angesichts der sehr positiven Weiterentwicklung im Tennissport, welche vor allem im Jugendbereich bemerkbar ist. Tennis war eine Zeit lang gesellschaftlich etwas unbeachtet, nun ist unser Sport wieder voll da. Natürlich hat der Bezirk womöglich auch festgestellt, dass es vielleicht einmal an der Zeit ist, dass eine Frau das Amt der Vorsitzenden übernimmt.

Ganz herzlich möchte ich mich bei Karl-Heinz Borghoff bedanken, von dem ich das Amt übernehme und der auch weiterhin ein wichtiger Ansprechpartner sein wird. Von Anfang an hatte ich das Gefühl, dass Karl Heinz mich mit aller Kraft unterstützen wird – und so ist es auch gekommen. Dazu kommt ein untereinander sehr abgestimmtes und unterstützendes Team – von diesem möchte ich ein Teil sein.

Welche Bedingungen siehst du aktuell bei uns im Bezirk, und was möchtest du verändern?

Wir haben hier im Bezirk viele große Vereine, teilweise mit sehr unterschiedlichen Voraussetzungen. Aber alle benötigen natürlich gemeinsame Konzepte für die Nachwuchsförderung und die Trainergewinnung, für die allgemeinen Rahmenbedingungen, für den Breitensport und die ganze Organisation des Spielbetriebs. Sukzessive sind da viele Strukturen modernisiert worden – das möchte ich weiter ausbauen und fortsetzen.

Insbesondere möchte ich mich dafür einsetzen, dass Turnierformate gefunden werden, in denen Kinder und Jugendliche schneller Erfolgserlebnisse haben und leichter in diesem Wettkampfsystem zurechtkommen. Wir wollen die Koordination der Medenspiele weiter ausbauen, so dass die Vereine Ansprechpartner haben und gut vorbereitet sind – beispielsweise auf die Frage, wie man Hallen findet und wie man gemeinsam plant. Angesichts der weiter steigenden Mitgliederzahlen im Tennis und im TVM muss man bestimmte Infrastrukturen wiederherstellen, die vielleicht schon aufgegeben waren.

Ebenso sollte Tennis im TVM weiterhin ein Sport sein, in dem man sich trifft, vernetzt und auch als Gemeinschaft auftritt. Tennis ist ja so eine wunderbare Gelegenheit für das soziale Leben in jedem Alter. Auch die Mixed-Spiele und Turniere von Frauen und Männern wollen wir fördern, für ein modernes Tennis.

Welches Thema liegt dir noch besonders am Herzen?

Der Schutz der Kinder und Jugendlichen vor Gewalt und Missbrauch steht für mich an erster Stelle. Daher setzen wir uns beim KKHT Schwarz-Weiß Köln schon seit Jahren für Gewaltprävention ein, nun möchte ich das Thema auch im ganzen Bezirk noch mehr in den Mittelpunkt stellen. Denn natürlich ist auch der Tennissport ein Sport, der, was diese Gefahrenzonen betrifft, beachtet werden muss. Und deswegen finde ich sehr wichtig, dass offener mit dem Thema umgegangen wird, dass sehr genau hingeschaut wird und dass die Vereine verpflichtende Maßnahmen umsetzen.

Außerdem finde ich es entscheidend, dass in den Vereinen Verantwortung auch an junge Spieler übertragen wird, ihre Belange selbst zu organisieren. Eigenverantwortung und Gewaltprävention müssen früh angesprochen und gefördert werden – dafür stehe ich mit meinem Team ein.

(Interview: Johannes Spätling)