Oscar Otte: Der Alltag hat ihn wieder
Bei den French Open in Paris hat Oscar Otte in der 2. Runde gegen Roger Federer in drei Sätzen verloren. Wir berichteten. Otte war als Lucky looser ins Hauptfeld "gerutscht" wo er in der 1. Runde für viele schon überraschend gegen den Tunesier Malek Jaziri (ATP 94) gewonnen hat. Danach folgte der Auftritt gegen einen der Größten der Tennis-Geschichte, Roger Federer. Eine Woche hatte der kölsche Bundesligaspieler seitdem nun Zeit, die französischen Tagen zu verarbeiten. Nach Paris ging es für ihn erstmal nach Hause, relaxen und zwei Tage Pause machen. Dann folgte wieder der Alltag, das Training in Mülheim an der Ruhr. Seit Montag ist er in Poznan beim Challenger Turnier im Einsatz. Michael Thoma hat ihn nach ein paar Highlights befragt.
Ihr legendäres Spiel gegen Roger Federer liegt gerde mal eine Woche zurück. Wie viel Zeit benötigten sie für die Verarbeitung des Ganzen? Wann hatte der Alltag Sie wieder?
Nach dem Match gegen Federer hat es zwei Tage Zuhause gedauert bis der normale Alltag mich wieder eingeholt hatte. Die SMS und Anrufe wurden deutlich weniger und ich konnte endlich wieder runterkommen und mich auf meine nächsten Turniere vorbereiten.
Was hat rund um das Match das größte Gänsehaut-Feeling bei Ihnen hervorgerufen?
Die ganze Atmosphäre und die mediale Aufmerksamkeit waren sehr beeindruckend. Plötzlich steht man im Mittelpunkt des deutschen Tennis und der weltweiten Tennisszene, das war schon alles sehr aufregend. Die Stunden vor dem Match waren unfassbar, weil langsam nach und nach meine ganze Familie und Freunde kamen. Das hat mir sehr viel bedeutet. Das war sehr wichtig für mich.
Hatten Sie sich Chancen ausgerechnet vielleicht sogar zu gewinnen?
Ich bin natürlich ins Match gegangen mit der Einstellung so gut wie möglich mein Spiel durchzuziehen und dann zu schauen was drin ist. Über den ein oder anderen Satzgewinn hätte ich mich natürlich gefreut aber es stand immernoch der beste Tennisspieler allerzeiten auf der anderen Seite. Er hat es mir alles andere als leicht gemacht.
Sie standen urplötzlich im Blickpunkt der Welt-Öffentlichkeit. Wie sind sie damit umgegangen?
Es war sehr schön ein paar Tage im TV und in den Medien überall zu sein, eine neue wichtige Erfahrung für meine Tenniskarriere. Ich habe das wirklich sehr genossen und hoffe, wenn ich mein Spiel konstant verbessere, dass das alles, also der ganze Presserummel, bald öfter vorkommt. Trotzdem habe ich gut meinen Focus behalten und die ganzen Pressetermine haben mir auch nicht allzu viel Energie gekostet.
Roger Federer gilt als der Gentleman des Tennissports, als immer freundlich und souverän. Ist er wirklich so nett?
Federer ist ein sehr netter Typ. Man hat generell noch nie etwas schlechtes über ihn gehört egal wohin man geht. Er ist ein Vorbild für sehr viele junge Tennsispieler, für mich natürlich auch. Er war auch nett beim Shake Hands hat mir zu einem guten Match gratuliert.
Danke für das Gespräch