Zum Hauptinhalt springen

Unser Partnershop:

Tennis-point.de
Leistungssport, Breitensport, Organisation und Termine

Tennis-Botschafter Andreas Mies

French Open-Doppelsieger Andreas Mies wurde als neuer Tennis-Botschafter von Special Olympics Nordrhein-Westfalen vorgestellt. Auf der Anlage seines Kölner Vereins Rot-Weiss präsentierte der US Open-Halbfinalist mit sieben Menschen mit geistiger Behinderung eine Trainingseinheit. Anschließend überreichte ihm Gerhard Stiens, Präsident von Special Olympics Nordrhein-Westfalen, die Urkunde als Tennis-Botschafter. Special Olympic wurde 1968 in den USA gegründet. Die Idee war, Menschen mit geistiger Behinderung an Sportaktivitäten und Sportveranstaltungen zu beteiligen. Heute hat die Initiative mehr als fünf Millionen Athleten in 174 Nationen. In Deutschland wurde Special Olympics 1991 als gemeinnütziger Verein gegründet, 2003 folgte die Gründung des Landesverbandes NRW.

Vor seiner Ernennung zum Tennis-Botschafter sprach Michael Thoma mit Andreas Mies über seine künftige Aufgabe.

Hallo Herrr Mies, noch einmal Glückwunsch zur Halbfinal-Teilnahme in New York. War ja ganz schön eng. Trotz der Niederlage kamen sie beide via TV gut rüber. Dass Interview zu Ihrer künftigen Aufgabe als Botschafter wird auf der Homepage des TV Mittelrhein erscheinen. Ich gehe davon aus, dass ich Sie nicht stilecht als „Herr Botschafter“ anreden muss. Spass beiseite. Wie wird man Tennis-Botschafter von Special Olympics? Wird man gefragt?

(Lacht) Special Olympics NRW hat mir dieses Jahr im Juni auf Instagram geschrieben und mich gefragt, ob ich der Organisation spontan eine Video-Grußbotschaft sende für die Landesspiele von Special Olympics NRW, die Ende Juni 2019 in Hamm stattfanden. Daraufhin hatte ich geantwortet, dass das kein Problem sei und ich das gerne mache – und dann ist es im Trubel untergegangen. Das tat mir wirklich leid und ich bin deshalb im Nachhinein nochmal auf SO NRW zugegangen und habe gefragt, ob ich da anderweitig nochmal die Chance habe, ein Event von ihnen zu promoten. Weil ich den Sinn hinter Special Olympics sehr gut finde. Und so sind wir dann gemeinsam auf die Idee gekommen, dass ich mich als Botschafter für die Organisation einsetzen kann.

Mussten Sie bestimmte Voraussetzungen erfüllen?

Ehrlich gesagt weiß ich das gar nicht so genau. Die Sache, dass ich nun Tennis-Botschafter für die Organisation werde, hat sich irgendwie von alleine so entwickelt und ich habe das nicht weiter hinterfragt. SO NRW und ich fanden uns einfach gegenseitig sympathisch.

Was war Ihre Motivation „ja“ zu sagen?

Ich finde einfach die Arbeit und die Ziele von Special Olympics klasse. Wenn ich bisher Tennis gespielt habe, habe ich mir ehrlich gesagt selten Gedanken darüber gemacht, wie eine geistig behinderte Person, die diesen Sport ausüben möchte, das eigentlich bewerkstelligt. Und ich kann mir vorstellen, dass viele Leute, die keine Berührungspunkte mit geistig und oder körperlich behinderten Menschen haben, sich mit solchen Themen wenig bis gar nicht auseinandersetzen. Das hat ja nicht einmal etwas mit bewusster Ignoranz oder böser Absicht zu tun. Behinderte Menschen sind eben eine Minderheit und die Bedürfnisse von Minderheiten gehen in einer großen Gesellschaft leicht unter. Ich finde es klasse, dass sich zum Beispiel das Rollstuhltennis für körperlich behinderte SportlerInnen so stark entwickelt hat. Und ich würde mich freuen, wenn Special Olympics sich mit geistig behinderten SportlerInnen in eine ähnliche Richtung bewegt. Das möchte ich gerne unterstützen.

Hatten Sie schon Erfahrungen im Umgang mit behinderten Menschen?

Nein, ich habe ehrlich gesagt noch gar keine große Erfahrung im Umgang mit behinderten Menschen. Deshalb hatte ich auch im Vorfeld der Trainings-Session bei SO NRW gefragt, was für Übungen mein Coach und ich mit den behinderten SportlerInnen machen dürfen und welche besser nicht. Und da wurde mir gesagt, dass wir im Prinzip alles mit denen machen können. Die Leute müssen im Training nicht mit Samthandschuhen angefasst werden. Für mich ist diese Erfahrung echt auch spannend und erweitert wirklich meinen Horizont.

Was werden Ihre Aufgaben sein?

Meine Aufgaben werden insbesondere sein, Events und Aktionen von SO NRW zu promoten und Aufmerksamkeit auf die Organisation und deren SportlerInnen zu lenken. Außerdem ist es mir wichtig, dass ich mir als Botschafter auch einige Male im Jahr persönlich Zeit nehme für die Athletinnen und Athleten, um sie zu motivieren und dafür zu sorgen, dass sie die Freude am Sport behalten.

Mit welcher persönlichen Note wollen Sie das neue Amt angehen?

Ein Botschafter hat ja eher repräsentative Aufgaben nach außen hin. Wenn ich jetzt meine persönliche Note definieren muss, würde ich sagen, dass ich auch einen Draht finden möchte nach innen hin zu den Sportlern.

Welche Termine, Aktivitäten stehen nach der Auftaktveranstaltung an?

Trainingseinheiten wie heute werden wir sicher wiederholen. Ich empfinde das als beste Möglichkeit, um persönlich mit den SportlerInnen in Kontakt zu kommen. Außerdem werde ich in Absprache mit SO NRW deren Events und Aktionen promoten. Zum Beispiel mit Video-Grußbotschaften. Wenn es mein Turnierplan zulässt, würde ich auch gerne mal bei Wettbewerben wie den Landesspielen den Athletinnen und Athleten die Urkunden überreichen.

Probleme mit Ihrem Tennis-Terminplan gibt es nicht?

Ich sehe da keine Probleme. Video-Grußbotschaften und ähnliche Dinge kann ich SO NRW von überall in der Welt zusenden. Und so eine Trainingseinheit wie jetzt ist bloß eine Frage der Planung. Diese Aktion zum Auftakt stand schon seit Juli fest. Weil ich wusste, dass das in meinen Terminplan passen würde.

Noch eine Frage zum Turnier in New York. Sie wollten bei einem Sieg mit Ihrem Partner die Freiheitsstatue abbauen und mit nach Hause bringen. Mit welchen Souvenier haben Sie sich nach dem Halbfinal-Aus belohnt?

Ich habe die Freiheitsstatue am Ende bloß eine Nummer kleiner geholt - im Souvenir-Shop.


Link zur Homepage von Special Olympics NRW hier.