TK KURHAUS AACHEN: SECHS NEUE - PLANUNG ABGESCHLOSSEN
Die Bundesliga kann kommen. Nachdem zum Ende des vergangenen Jahres vieles noch ungewiss war, ob und wie es denn mit dem Kurhaus-Lambertz Team in der 1. Liga weitergehen wird, ist der Blick nun nach vorne gerichtet.
Davis Cup Feeling
Die Ligazugehörigkeit stand bekanntlich auf der Kippe. Die Bekanntgabe der Verpflichtung von Struff und Pütz vom "Rücktreter" Blau-Weiss Halle, signalisierte dann "es geht weiter". Lambertz-Chef und Hauptsponsor Dr. Hermann Bühlbecker hatte seinen Segen dazu gegeben der Etaterhöhung zugestimmt. Alexander Legsding, für die Kaderzusammenstellung zuständig, hatte viel Überzeugungsarbeit geleistet. Es dauerte. "Von den Vorschlägen, Struff und Pütz zu verpflichten, war Dr. Bühlbecker angetan", berichtet der sportliche Leiter von den Verhandlungen mit den beiden Davis Cup-Spielern. Beide wollten ja undedingt zu Kurhaus. "Sie sind mit Cedric-Marcel Stebe und auch unserem Coach Dominik Meffert befreundet. Außerdem kennen sie den Club und das ganz persönliche Drumherum seit vielen Jahren von unseren Aufeinandertreffen in der Bundesliga," nennt Alexander Legsding Pluspunkte, die für die Zusage neben den finanziellen Aspekten auch eine wichtige Rolle gespielt hatten.
Update
Dafür musste natürlich der zuletzt drastisch zurückgefahrene Etat wieder angehoben werden. "Das war klar. Es gab ein finanzielles Update", deutet Alexander Legsding den finanziellen Beitrag des Hauptsponsors an, ohne den es wohl in der 1. Liga nicht weitergegangen wäre. Erleichterung pur, als das Okay aus der Chetage kam. Jetzt ging der normale Alltag fürAlexander Legsding und seinen Coach Dominik Meffert los. Der Kader musste zusammengepuzzelt werden. Wer bleibt, wer kommt noch? Das alles musste bis zum 15.März geklärt sein. Sie sind gut in der Zeit, "Der Kader seht so gut wie sicher," deutet Alexander Legsding schon wenige Tage vor dem Meldeschluss an, dass die Hausaufgaben erledigt worden sind.
Topspieler
Bekannte und vertraute Namen aus den letzten Jahren tauchen verständlich wieder in der Kadermeldung auf. Freuen dürfen sich die Fans auf die sicherlich spärlichen Auftritte von Roberto Bautista Agut (ATP 18) und Pablo Cuevas (ATP 56). Nach der spanischen Nummer 1 wird Jan-Lennard Struff (ATP 50) vor Pablo Cuevas (Uruguay) in der Meldeliste aufgrund seines Ranglistenplatzes an Nummer 2 aufgeführt. Der Neue aus Halle soll zum Beginn der Saison zum Einsatz kommen, spätestens im vierten Spiel auf der heimischen Anlage gegen den Nachbarn aus der Landeshauptstadt, dem Rochusclub. Das sind jedenfalls die Vorabüberlegungen der sportlichen Kurhaus-Leitung. Bekanntlich findet just zum Auftakt der Bundesliga auch das Turnier in Wimbledon statt. "Da müssen wir wie alle anderen einfach abwarten wie weit unsere Spieler kommen," denkt Alexander Legsding auch an die Probleme seiner Bundesliga-Mitstreiter.
EU-Gaucho?
An Nummer 4 erscheint mit dem Argentinier Guido Andreozzi (ATP 85) ein weiteres neues Gesicht. An seiner Herkunft wird noch ein wenig "gearbeitet". Da bisher keine europäischen Wurzeln in der Familie bekannt sind, ist er bislang noch ein Spieler ohne EU-Pass. Bekanntlich darf an einem Spieltag nur ein "Nicht EU-Spieler" in einer Mannschaft eingesetzt werden. "Wir arbeiten daran," gibt sich Legsding zuversichtlich.
Breit aufgestellt
Hinter dem Argentinier folgen mit Steve Darcis und Cedric-Marcel Stebe alt vertraute Namen. Beide waren Langzeitverletzt und hoffen im Sommer endlich wieder schmerzfrei Bundesligapunkte für ihr Team zu gewinnen. Der Italiener Filippo Baldi (ATP 167), ebenfalls eine Neuer, folgt dahinter auf Rang 7. "Er ist ein Freund von Salvatore Caruso," erklärt Alexander Legsding die Kontaktaufnahme. Der "Vermittler" (ATP 178) ist hinter ihm auf der Position 8 gemeldet. Hinter den beiden Italienern erscheint auf der Meldeliste mit dem Franzosen Matthias Bourgoe (ATP 245) ein weiterer Neugang. Er wurde von Dominik Meffert empfohlen, der ebenfalls für die Verpflichtung von Carlos Taborno aus Spanien gestimmt hat. Der belegt in der Weltrangliste Platz 313. Martin Cuevas (ATP 306), der Bruder von Pablo, Tim Pütz, ausgewiesener Doppelspezialist (ATP Doppel: 64), Nils Langer und Philipp Oswald komplettieren den Kader 2019. "Wir sind breiter aufgestellt als zuletzt, und können somit besser reagieren sollte ein Spieler wegen Verletzung oder Turnierteilnahme ausfallen," blickt die sportliche Leitung zuversichtlich noch vorne.
Ohne "Petzsche"
Vermissen werden die Kurhaus-Fans einen Spieler, der viele Jahre das Gesicht der Mannschaft mit geprägt hat. Philipp Petzschner spielte seit 2008 für den TK Kurhaus in der Bundesliga und war somit der Dienstälteste Spieler im Team. Er ist nicht mehr dabei. Gesundheitliche Probleme waren für die Entscheidung, so Sportchef Alexander Legsding, ausschlaggebend. "Mir hat das menschlich unheimlich leid getan," gesteht Legsding offen seine Gefühle für den bald 35 Jährigen, als er ihm die Nachricht am Telefon persönlich überbrachte. Petzschner hätte, so Legsding, noch gerne bei Kurhaus weiter gemacht. "Er war natürlich entsprechend enttäuscht."
Chefcoach
Mit einer anderen Personalia sind sich die Kurhaus-Macher auch einig. Als Trainer wird Dominik Meffert hauptverantwortlich allein für das Team verantwortlich sein. Überlegungen, erneut wie in der zurückliegenden Saison Ex-Coach Gideon Hilb mit einzuspannen, wurden verworfen. "Wir haben uns damals gefreut, dass sich Gideon in der problematischen Situation angeboten und uns unterstützt hat," blickt Legdsing zurück auf die drei Spiele gegen Köln, Gladbach und Halle, als sich der langjährigen Coach kurzfristig als "Unterstützer" mit auf die Bank gesetzt hatte. "Ein zusätzlicher Trainerposten wäre für uns auch zu kostspielig geworden," nennt Legsding einen weiteren Grund für diese Entscheidung. Ganz allein wird Dominik Meffert nicht sein. Ihm steht wie in den letzten Jahren wieder Sebastian Lachmann als Co zur Seite. Der 35-Jährige ist im Clubvorstand auch 2. Sportwart und spielte in der Zweiten und Herren 30er-Mannschaft. "
Premieren Knaller
Die Personalien sind somit geklärt. Es kann losgehen. Das erste Spiel hat es bereits in sich. Gegner ist am 7. Juli im Aachener Kurpark der TVM-Rivale Rot-Weiss Köln. (Michael Thoma)
Foto: Tim Pütz