Jüngster A-Oberschiedsrichter: Max Randerath im Interview
Max Randerath ist in der Turnierszene des Tennisverbands Mittelrhein längst kein Unbekannter mehr. Trotz seines jungen Alters hat er bereits zahlreiche Turniere mit viel Engagement und Leidenschaft geleitet. Gemeinsam mit Michael Siefert gehört er bei den TVM-Meisterschaften mittlerweile fest zur Turnierleitung dazu.
Seit dem Frühjahr darf sich der 25-jährige außerdem jüngster A-Oberschiedsrichter des Deutschen Tennis Bundes nennen. Wir sprachen mit Max über seinen Weg, seine Ziele und die Möglichkeiten der Schiedsrichterausbildung.
v.l.n.r.: Tobias Fuchs (White Badge), Max Randerath, Patrick Mackenstein (DTB-Regelreferent), Norbert Peick (Gold Badge) © DTB
Erstmal herzlichen Glückwunsch zur bestandenen Prüfung zum A-Oberschiedsrichter! Wie kam es dazu, dass du diesen Weg eingeschlagen hast?
Vielen Dank! Schon als Jugendlicher hatte ich großen Spaß daran, bei Turnieren mitzuhelfen. Angefangen hat alles als Zählhilfe bei Tennolino Cups, später durfte ich mit 14 Jahren bei den Brauweiler Open in meinem Heimatverein TTC Brauweiler in der Turnierleitung unterstützen. Diese frühen Erfahrungen haben mein Interesse an der Turnierorganisation nachhaltig geweckt.
Gleichzeitig war mir immer wichtig, dass Medenspiele fair, klar geregelt und strukturiert ablaufen. Deshalb habe ich mit 16 Jahren die Ausbildung zum C-Oberschiedsrichter gemacht. Der Weg bis zum A-OSR hat sich dann Schritt für Schritt ergeben. Mit jedem Einsatz wollte ich mich weiterentwickeln. Besonders motivierend sind für mich bis heute die unterschiedlichen Herausforderungen – und natürlich zufriedene Spielerinnen und Spieler am Ende eines Turniers. Dann weiß man, dass das Turnierteam gute Arbeit geleistet hat.
Welche Möglichkeiten bietet die Schiedsrichterausbildung?
Sehr viele. Für mich stand von Anfang an die Rolle des Oberschiedsrichters im Vordergrund, weil man dabei das gesamte Turnier im Blick hat und Verantwortung übernimmt. Schon als C-OSR kann man LK-Turniere leiten, mit der B-OSR Lizenz kommen nationale Ranglistenturniere und Medenspiele bis zur Regionalliga hinzu. Ich fing damals als C-OSR mit einem kleinen Turnier in Bornheim an. Mit weiteren Lizenzen und Einsätzen auf höherem Niveau – unter anderem als OSR bei den Brauweiler Open – konnte ich mein Netzwerk kontinuierlich aufbauen und immer mehr Events begleiten.
Als A-OSR ist sogar der Einsatz als leitender Oberschiedsrichter in der 1. Bundesliga möglich. Auch die Ausbildung zum Stuhlschiedsrichter ist spannend: Bereits als C-SR darf man in der Bundesliga auf dem Stuhl sitzen – und hat dabei einen ziemlich guten Platz, um Top Spieler live zu erleben (lacht). Dazu kommen Einsätze als Linienrichter bei internationalen Turnieren.
Wie bist du zur Mitarbeit bei TVM Turnieren gekommen?
Während meines Freiwilligen Sozialen Jahres in der TVM Geschäftsstelle konnte ich unter der Leitung von Michael Siefert bei den TVM-Meisterschaften und weiteren Verbandsturnieren mitarbeiten. Diese Zeit war sehr wertvoll für mich und hat mir geholfen, viele Kontakte im Verbandsgebiet zu knüpfen.
Max Randerath beim ATP-Turnier in Stuttgart.
In diesem Sommer bist du Turnierdirektor des Kreis Düren Junior Tennis Cups.
Genau, das freut mich riesig. Der Kreis Düren Junior Tennis Cup gehört zu den größten Jugendturnieren weltweit. Mit den besten 14-jährigen Spielern der Welt zu arbeiten und dieses traditionsreiche Turnier leiten zu dürfen, ist etwas ganz Besonderes. Das Vertrauen der Veranstalter bedeutet mir sehr viel.
Und wo soll die Reise langfristig hingehen?
Der internationale Turnierbetrieb reizt mich sehr. Ich hatte bereits die Möglichkeit in den Turnierteams bei ATP-, WTA- und UTS-Events in verschiedensten Funktionen mitzuwirken. Obwohl es bis auf wenige Einsätze als Match Assistant keine Schiedsrichtereinsätze waren, haben mich diese Erfahrungen darin bestärkt, diesen Weg weiterzugehen. Langfristig wäre es ein Traum, als Oberschiedsrichter oder Turnierdirektor auf den ganz großen Bühnen des Sports zu arbeiten.
Aktuell liegt mein Fokus aber zunächst auf dem Erwerb der internationalen OSR Lizenz, dem sogenannten White Badge. Außerdem möchte ich meine bestehenden Turniere – wie die Brauweiler Open und den Kreis Düren Junior Tennis Cup – weiterentwickeln und künftig noch mehr Turniere in leitender Funktion begleiten.
Interview: Yannick Born/TVM