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Leistungssport

Platz Fünf für BW Aachen in der 1. Damen-Bundesliga

Nach dem Titelgewinn im Vorjahr muss sich das Team von Blau-Weiss Aachen in dieser Saison mit dem fünften Platz begnügen. Meister wurde der TC Bredeney, der Vizemeister des Vorjahrs. Für die Mannschaft aus dem Süden Essens war es der fünfte Meistertitel innerhalb der letzten sechs Jahre.

Bild: TK BW Aachen

Nach der Niederlage der Aachenerinnen im direkten Aufeinandertreffen mit dem TC Bredeney (3:6) am fünften Spieltag, fiel die endgültige Entscheidung um den Meistertitel am vorletzten Spieltag. Aachen verlor im Auswärtsspiel beim Club an der Alster in Hamburg (3:6), Essen gewann das Heimspiel gegen Waldau Stuttgart (6:3). Damit war rein rechnerisch alles klar. Dem letztjährigen Vizemeister war bei einem noch ausstehenden Spiel der fünfte Titel nicht mehr zu nehmen.

Die letzten Mini-Chancen der Aachenerinnen, die natürlich einen möglichen Ausrutscher von Bredeney mit zwei Siegen noch wahren wollten, verpufften in der Hansestadt in nie gekannter Form. Bereits nach den Einzel führten die Gastgeber mit 5:1. Für Aachen punktete lediglich Suzan Lamens im Champions Tiebreak (11:9). Zu diesem Zeitpunkt stand es bereits 0:5. „Das war unsere schwächste Saisonleistung“, bilanzierte Coach Thilo Fritschi enttäuscht den Nachmittag im hohen Norden. Derart sang-und klanglos wollte sich der Noch-Meister aber nicht aus Hamburg verabschieden. Zwei Doppelsiege wollten sie auf jeden Fall noch mit auf die Heimreise nehmen, um Zweiter der Tabelle zu bleiben. Das gelang. Fritschi: „ Wir wollen Vizemeister werden.“

Spitzenspielerin des TK BW Aachen, Anna Bondar. Bild: TK BW Aachen

Für den letzten Spieltag war dafür auf der Anlage am Luxemburger Ring alles hergerichtet. Ein Sieg war nötig. Gegner war der Tabellenletzte SCC Berlin. Für den Gast ging es noch um eine ganze Menge. Mit einem Sieg hatten die Berlinerinnen noch die Chance auf den Klassenerhalt. Für Spannung war somit noch gesorgt. Schlussendlich wurden die Aachenerinnen doch noch jäh aus ihren Vizemeisterschafts-Träumen gerissen. Spielverderber war das Tabellenschlusslicht. Die Berlinerinnen siegten mit 6:3 und sorgten damit für die große Überraschung. Ihr Klassenerhalt wurde amtlich, als sie die Nachricht erreichte, dass die punktgleichen Konkurrentinnen aus dem Tabellenkeller, RW Berlin und Dresden Blasewitz, ihre Spiele verloren hatten. Es war ein Klassenerhalt auf den letzten Drücker. Aachen war für den SCC somit eine Reise wert. Bedröppelte Gesichter hingegen beim Heim-Team.

Beim Halbzeitstand von 3:3 hatte Aachen noch die Hoffnung auf den Sieg und den Vizetitel. Pech, dass die Nr. 1, Julie Belgraver wegen einer Fußverletzung beim Stande von 3:1 im 1. Satz aufgeben musste. Drei klare Zweisatzniederlagen im Doppel sorgten zum Abschluss für die blau-weisse Ernüchterung. Die anderen Teams (Heidelberg, Stuttgart und Hamburg), die vor dem letzten Spieltag hinter Aachen platziert waren, entschieden ihre Spiele alle zu ihren Gunsten. Dadurch fiel das Meisterteam des Vorjahres in der Abschlusstabelle auf Platz 5. Besonders in Auge fiel am letzten Spieltag der 8:1 Auswärtssieg des Aufsteigers Heidelberg beim neuen deutschen Meister TC Bredeney. Der trat wie viele Teams zum Saisonabschluss mit einer stark ersatzgeschwächten Mannschaft an. Der Beginn der Rasensaison bereitete vielen Trainern und Managern viel Kopfzerbrechen und die Frage „wer steht für die Bundesliga noch zur Verfügung“.

Die deutliche Niederlage des neuen Meisters zum Abschluss der Saison gefiel nicht allen. „Das kommt nicht gut an“, kommentierte Aachens Teamchef Marc Zander die klare Pleite von Essen. „Das ist meine persönliche Meinung.“ Die Aufsteigerinnen aus Heidelberg schnappten den Aachenerinnen, die zum Abschluss auch ersatzgeschwächt antraten, den möglichen Vizetitel weg.

In der Beurteilung der Saison hob Aachens Sportchef aber besonders die Leistung der ersten vier Spiele hervor, die alle gewonnen werden konnten. „Wir sind nicht enttäuscht“, lautet sein Saison-Fazit. „Wir wussten von Anfang wie eng alles werden könnte. Deshalb wollten wir schnell die nötigen Punkte für den Klassenerhalt, das ist uns gelungen.“ Die nachfolgenden drei Niederlagen waren zum Teil (Hamburg) ärgerlich und nicht zufriedenstellend. Ein bisschen Enttäuschung sollte man sich deshalb einfach zugestehen.

Zu allen Ergebnissen und der Abschlusstabelle

Text: Michael Thoma