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Leistungssport, Organisation und Termine

TVM-Duell zum Start: 1. Herren Bundesliga beginnt am 5. Juli

Mit dem Vizemister der letzten Saison, Kurhaus Aachen, und dem Drittplatzierten, Rot Weiss Köln, ist der TVM in dieser Saison in der höchsten deutschen Liga bei den Herren vertreten. Beide Teams strahlen Selbstbewusstsein aus. Sie trauen sich zu, wieder vorne mitzumischen. Die Spiele beginnen am 5. Juli mit einem Knaller. In Aachen kommt es direkt zum Duell der beiden TVM-Teams.

​Federico Coria vom TK Kurhaus Aachen in 2025. © Marcel Decoux

Federico Coria vom TK Kurhaus Aachen in 2025. © Marcel Decoux

TK Kurhaus Aachen

Der Weg ist vorgegeben. Nach Platz 4 in 2024 und dem Vizetitel im Vorjahr steuert das Team aus dem Aachener Kurpark in dieser Saison auf den Meistertitel zu. Es wäre der sechste. „Wir wollen natürlich wieder oben mitspielen,“ formuliert Teammanager Alexander Legsding ergebnisoffen das Ziel. „Die Liga ist sehr ausgeglichen,“ schiebt er hinterher. Großhesselohe, der TC Bredeney mit den Ex-Kollegen Struff und Hanfmann oder auch der GHTC zählt er zu den stärksten Konkurrenten. Es wird wieder einmal darauf ankommen welche Spieler an welchen Terminen zur Verfügung stehen. „Wir sind breit umgestellt, um mögliche Ausfälle ausgleichen zu können.“

Vorneweg hat der Klub auf den letzten Drücker Daniel Altmaier verpflichtet. „Wir hatten bereits im Vorjahr Kontakte.“ Jetzt hat es geklappt. Dafür verzichten die Kaderplaner auf den Grand Slam Finalisten von Paris, Flavio Cobolli, der im Vorjahr noch zum Kader zählte aber nie zum Einsatz kam, weil er einfach auf seinen Turnieren zu gut war. „Daraus haben wir gelernt. Das war uns für dieses Jahr einfach zu unsicher. Nach seinem spektakulären Auftritt in Roland Garros wäre er natürlich ein echtes Zugpferd gewesen.“

​Francesco Passaro vom TK Kurhaus Aachen in 2025. © Marcel Decoux

Francesco Passaro vom TK Kurhaus Aachen in 2025. © Marcel Decoux

Topspieler ist der Argentinier Sebastian Baez (ATP 52). Ein Landsmann von ihm, Mariano Navone (ATP 77) sowie der Brasilianer Pedro Boscardin Dias, sind weitere Neue, beide ausgewiesene Sandplatzspezialisten. „Wir haben bei den Verpflichtungen darauf geachtet, wer sich auf Asche wohlfühlt“, charakterisiert Legsding eine Priorität beim Kader-Casting. Ein besonderes Augenmerk wurde auch auf die Doppelqualitäten gelegt.

Erfreut waren alle im Kurpark, als die Rückkehr von Tim Pütz vermeldet wurde. Der 38-jährige spielte vor seinem Wechsel zum TC Bredeney bereits einmal für Kurhaus (2019-22). Er ist derzeit einer der stärksten deutschen Doppelspieler. Wegen seiner Doppelqualitäten wurde auch der Schweizer Jakob Paul verpflichtet. Neu im Team ist auch Nils Langer, der nun aber als Coach neue Aufgaben übernimmt. Er folgt Dominik Meffert, der aus privaten Gründen (Familie) im Tennisgeschäft kürzer tritt. Los geht es für den Vizemeister mit dem Derby gegen Rot-Weiss Köln. Mit einem weiteren Heimspiel endet die Saison. Gegen den Gladbacher HTC winkt ein echtes Finale. Der Weg der letzten Jahre kann zu Ende gebracht werden.

Topspieler bei RW Köln: Der Belgier Raphael Collignon. © Benedikt Ernst

Topspieler bei RW Köln: Der Belgier Raphael Collignon. © Benedikt Ernst

KTHC RW Köln

Die „Asse auf Asche“ starten selbstbewusst in die neue Saison. Im letzten Jahr belegten sie als Aufsteiger für viele überraschend Platz 3. „Es war unsere bisher beste Saison,“ lobt Teamchefin Susi Karimi noch nachträglich ihre „Asse“, von denen einige in diesem Jahr nicht mehr dabei sind. Benoit Paire, der seit zwei Jahren verletzt ist, überlegt seine Karriere zu beenden. Wesley Koolhof macht auf jeden Fall Schluss. Marco Trungelliti wechselt zu Großhesselohe und Alejandro Moro Canas zieht es über den Rhein zu Blau-Weiss Krefeld. Das Gesicht der Mannschaft hat sich verändert. „Wir haben einen guten Mix aus jung und alt,“ charakterisiert Susi Karimi die Zusammenstellung. „Es ist unsere bisher beste Mannschaft,“ deutet sie auch Ambitionen an. „In erster Linie wollen wir den Klassenhalt. Die ersten Spiele werden für die Platzierung ausschlaggebend werden.“

Richten sollen es die neuen Asse, die bislang noch keine Bundesligaluft geschnuppert haben. Sechs Neue fiebern ihrer Bundesliga Premiere entgegen. „Mit unserem „kölsche Weg“ gehen wir natürlich immer ein Risiko ein,“ ist sich Karimi im Klaren. Aber sie setzt auf ihr Näschen. Besonders gespannt sein dürfen die Rot-Weiss Fans auf den 21-jährigen Luca van Assche. Der Franzose hatte als Junior bereits einmal die French Open gewonnen, bevor er wegen eine Rippenverletzung längere Zeit ausfiel. Anschließend bewies er, was er er sich noch alles zutraut. 2025 machte er in der ATP-Rangliste gleich knapp 100 Plätze gut.

Laurent Lokoli von RW Köln. ​© Benedikt Ernst

Laurent Lokoli von RW Köln. © Benedikt Ernst

Seine neuen Kameraden lernte er in einem Video des Clubs kennen. Mehr über sie wollte er dann von seinem Landsmann Gregoire Barrere wissen, der schön länger für die Kölner aufschlägt. Der machte ihm den Wechsel schmackhaft. Angetan von dem Kölner Video war auch Mathys Erhard, der mit Lilian Marmousez und Kryan Jaquet befreundet ist. Auch sie konnten den Neuen schnell von dem familiären Umfeld des Teams überzeugen.

Seit langer Zeit wird mit Ole Wallin wieder ein Spieler aus Schweden für die Kölner in der 1. Bundesliga aufschlagen. Ihn hatte die Teamchefin persönlich von Köln überzeugt. Bei der Eingewöhnung im neuen Umfeld wird Dustin Brown mit all seiner Erfahrung für alle Neuen eine wichtige Bezugsperson sein. Der 41-jährige traut sich aber auch auf dem Platz noch en ein oder anderen Punkt zu. Zum Auftakt bescherte der Spielplan den Kölner gleich das TVM-Derby gegen den Nachbarn aus der anderen Domstadt. „Kurhaus Aachen zählt für mich neben Großhesselohe zu den Favoriten,“ ordnet Susi Karimi den ersten Gegner ein. „Die haben viele Top 100 Spieler in ihren Reihen.“

Obwohl die Begegnung eine Autostunde von Köln entfernt ausgetragen wird, werden wieder viele Kölner Fans ihr Team nach Aachen begleiten. In der letzten Saison verhinderte der 4:2 Sieg der Aachen kurz vor dem Saisonfinale eine noch bessere Platzierung der Kölner. Fünf Heim- und drei Auswärtsspiele werden bis zum 8. August zeigen, wo der kölsche Weg hinführt. Ein Highlight winkt noch zum Abschluss. Dann erwarten die Kölner mit Großhesselohe einen weiteren Favoriten.

Zu den Spielerlisten und dem Spielplan der 1. Bundesliga

Text: Michael Thoma